Der Bundesrat wagt die Atomkatastrophe

Der Bundesrat erhöht die zulässige Dosis an Radioaktivität bei einem Erdbeben um den Faktor hundert. Damit gefährdet er die Gesundheit von Millionen Menschen in der Umgebung des AKW Beznau.

An ihrer vorletzten Sitzung als Bundesrätin hat sich Doris Leuthard mit der FDP-SVP-Mehrheit in der Regierung durchgesetzt. Die zulässige Dosis an Radioaktivität, die bei einem Erdbeben mittlerer Wahrscheinlichkeit austreten darf, wurde von einem auf hundert Millisievert erhöht.

Der Strahlenschutz bei Erdbeben beruhte bisher auf einem konsistenten Regelwerk, das die Vorgaben der Strahlenschutzgesetzgebung zum Schutz der Bevölkerung umsetzt. Nun wird die Störfallvorsorge für Atomkraftwerke bei Erdbeben ausdrücklich von diesen Vorgaben «entkoppelt». Überschreitungen der massgebenden Dosisgrenzwerte sollen keine Konsequenzen mehr haben und nicht mehr zur Ausserbetriebnahme führen.

Der Entscheid des Bundesrats hat gravierende Folgen. Er wirft den Strahlenschutz über Bord und gefährdet die Sicherheit der Bevölkerung. Darüber hinaus ist er ein…

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