Klimainterventionen und Geopolitik

Arktis 2033 – ein Zukunftsszenario

Im Sommer des Jahres 2033 ist der Arktische Ozean zum ersten Mal komplett eisfrei. Russland hat die Rohstofferkundung im von ihm beanspruchten Teil abgeschlossen und plant den Beginn der kommerziellen Ölförderung auf Höhe des 80. Breitengrades. Die Nordostpassage ist ganzjährig eisfrei und bietet damit eine lukrative Alternative zur deutlich längeren Handelsroute durch den Suez-Kanal. Auf Grund des zwischen den USA und Kanada noch immer andauernden Streits bezüglich der Nordwestpassage – Kanada beansprucht den Seeweg als Teil seines Territoriums, während die USA ihn als internationales Gewässer erachten – und dem zu großen Tiefgang moderner Tanker ist dies somit die einzige schiffbare Handelsroute durch das Nordpolarmeer.
Auf der 9. Arktiskonferenz in Tiksi, Russland, kommen unter Schirmherrschaft des Arktischen Rats alle Anrainerstaaten und einige weitere Regierungen zusammen. Russland äußert dort gegenüber Norwegen, Deutschland und den USA den Vorwurf, sie würden Eingriffe ins Klimasystem vornehmen mit der Absicht, Russland ökonomischen Schaden zuzufügen. So sieht Russlands Außenminister Nikolay Golovin im norwegisch-deutschen Projekt zur künstlichen Ozeanumschichtung vor der Küste Norwegens einen Versuch, die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu verringern und somit das Klima künstlich zu kühlen. Freyja Christensen vom norwegischen Wirtschafts- und Fischereiministerium hält dagegen, es handle sich lediglich um eine Maßnahme zur Erhöhung des Nährstoffgehalts und damit der Fischbestände in den oberen…….

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