Ferdinand von Schirach: Vom Fremdsein in der Welt | SRF Sternstunde Philosophie

Ferdinand von Schirach hat viele Jahre als Strafverteidiger gearbeitet. Seine Schilderungen aus der Hölle des Gerichtssaals wurden allesamt Bestseller. Barbara Bleisch blickt mit dem feinsinnigen Starautor in die Abgründe der menschlichen Seele.

Seine Bücher sind millionenfach verkaufte internationale Bestseller, seine Geschichten inspirierten Filme wie Fernsehserien. Ferdinand von Schirach irritiert und begeistert sein Publikum seit Jahren. Lakonisch und kühl schildert er, was sich abspielt, wenn ein Mensch zur unfassbaren Tat schreitet – ein Messer zückt, einen Schädel zertrümmert, vergewaltigt und würgt. Dabei ist der ehemalige Strafverteidiger überzeugt: Es gibt zwar die schreckliche Tat, das grausame Verbrechen – die unmenschliche Bestie jedoch gibt es nicht. Vielmehr tragen wir alle Gutes und Böses in uns, Schattierungen von Grau. Wenn die Situation eskaliert, dann meist, weil jemand keine Heimat mehr findet in der Welt. Das hat weitreichende Konsequenzen fürs Strafrecht. Vorstellungen von Sühne und Rache hält von Schirach einem Rechtsstaat nicht angemessen; die Strafe ist allein als Präventionsmassnahme zu rechtfertigen. Barbara Bleisch spricht mit dem Starautor über Schuld und Sühne, über die Einsamkeit des Menschen – und über die Herzlichkeit der Vernunft. Klick Bild für Video

 

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