Vietnamkrieg: Die US-Militärs wollten die Atombombe einsetzen

Bildergebnis für Declassified Cables Reveal US Plan To Nuke VietnamDer Kommandant, Gen. William C. Westmoreland, hatte die nukleare Option heimlich vorbereitet – er entwarf Pläne, um Atomwaffen zur Verfügung zu haben, falls amerikanische Streitkräfte sich in der Schlacht von Khe Sanh – einer der grausamsten Schlachten im Krieg – fast besiegt sehen sollten.

Kürzlich freigegebene Dokumente aus der Zeit des Vietnamkrieges zeigen, dass die US-Militärs Atombomben zünden wollten, weil Chemiewaffen offensichtlich nicht genug waren. Es war Präsident Johnson, der dies schlussendlich verhinderte.

Kürzlich freigegebene Dokumente aus der Vietnam-Ära offenbaren, dass der oberste Militärbefehlshaber der USA in Saigon 1968 einen Plan zur Stationierung von Atomwaffen in Südvietnam auslöste, aber von Präsident Lyndon B. Johnson außer Kraft gesetzt wurde, berichtet die New York Times. Damit hätten die Amerikaner nicht nur in Japan 1945 diese Massenvernichtungswaffe eingesetzt, sondern auch fast ein Vierteljahrhundert (und viele Bombentests später) auch in Vietnam, nachdem man schon in den 50ern im Koreakrieg an den Einsatz von Atombomben dachte.

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Der damalige Kommandeur, General William C. Westmoreland, hatte die nukleare Option im Geheimen vorbereitet – Pläne entworfen, um Nuklearwaffen zur Hand zu haben, falls die amerikanischen Streitkräfte in der Schlacht von Khe Sanh beinahe vernichtet werden sollten – eine der grausamsten Schlachten im Krieg. So berichtet die NYT über das Buch des Autors Michael Beschloss zum Vietnamkrieg:

Bildergebnis für Declassified Cables Reveal US Plan To Nuke Vietnam„Sollte sich die Situation in der DMZ dramatisch ändern, sollten wir bereit sein, Waffen mit größerer Wirkung gegen Massenkräfte einzusetzen“, schrieb General Westmoreland in einem 2014 freigegebenen Telegramm, das jedoch erst bekannt wurde, als Herr Beschloss es in seinem bald veröffentlichten Buch zitierte. „Unter solchen Umständen stelle ich mir vor, dass entweder taktische Atomwaffen oder chemische Kampfstoffe aktive Kandidaten für eine Beschäftigung sein könnten.“

Chemiewaffen, also beispielsweise „Agent Orange“, wurden tonnenweise eingesetzt, um die dichten Urwälder in Vietnam und den angrenzenden Nachbarstaaten zu entlauben, wodurch es bis heute noch zu vielen Missbildungen bei Kindern kommt. Dass es nicht zum Atombombeneinsatz kam, ist hingegen Präsident Lyndon B. Johnson zu verdanken.

Der Plan, mit dem Codenamen „Fracture Jaw“, der den Einsatz von Atomwaffen in Südvietnam vorsah, falls der Vietcong vorrücken sollte, wurde von Präsident Johnson verworfen, als sein Nationaler Sicherheitsberater Walt Rostow ihn in einem Memo darauf aufmerskam machte. Der Präsident lehnte den Plan sofort ab und ordnete einen Umschwung an, wie der Präsidentschaftsassistent Tom Johnson sagte, der sich während der Treffen, die im Esszimmer der Familie im zweiten Stock des Weißen Hauses stattfanden, zu diesem Thema Notizen machte.

Johnson war demnach besorgt darüber, dass es einen „weiteren Krieg“ geben könne, in den sich Peking wie 18 Jahre zuvor in Korea einmischen würde. „Johnson hat seinen Generälen nie völlig vertraut“, sagte der ehemalige Assistent. „Er hatte große Bewunderung für General Westmoreland, aber er wollte nicht, dass seine Generäle den Krieg führen.“

Hätte Johnson dem Plan von Präsident Westmoreland zugestimmt, wäre der Vietnamkrieg zu einem weitaus größeren humanitären Desaster geworden als er es infolge des massiven Einsatzes von Chemiewaffen und den unzähligen Kriegsverbrechen der Amerikaner und des Vietcong ohnehin schon war.
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