„Niemand wird als Terrorist geboren“

Der so genannte „Kampf gegen den Terror“ ist mit schwersten Rechtsverstößen verbunden und offenbart zweierlei Maß, mit denen auch demokratische Staaten messen. Josef Alkatout, promovierter Rechtsanwalt und Dozent für internationales Strafrecht an verschiedenen Universitäten, hat sich intensiv mit den Auswirkungen einer Politik auseinandergesetzt, die sich beim Vorgehen gegen echte oder vermeintliche Terroristen über das Recht hinwegsetzt. Im Interview mit den NachDenkSeiten führt der in Genf lebende Autor unter anderem aus, wie der ehemalige britische Außenminister Großbritanniens, Jack Straw, von einem Sonderberichterstatter der UN der Lüge überführt wurde. Ein Interview über Geheimgefängnisse, die Bedeutung einer unabhängigen Justiz und das Verhalten der Medien im „Anti-Terror-Kampf.“ Ein Interview von Marcus Klöckner.

Herr Alkatout, seit dem 11. September 2001 sind über 17 Jahre vergangen. In Ihrem Buch schreiben Sie über den so genannten „Anti-Terror-Kampf“ in der Zeit danach. Was haben Sie festgestellt?

Die Anschläge des 11. September 2001 zogen ein militärisches Eingreifen des Westens mit sich, dessen Ende noch nicht absehbar ist. In Afghanistan tragen die USA den längsten Krieg ihrer Geschichte aus. Im Irak hinterlassen sie ein Land, in dem sich unterschiedliche religiöse Gruppen, die zuvor jahrhundertelang friedlich zusammengelebt hatten, nun gegenseitig umbringen. Geschosse aus bewaffneten Drohnen stellen für viele Muslime den einzigen Kontakt mit dem Abendland dar und treiben eine uns ursprünglich zugeneigte…….

Kommentare sind geschlossen.