Der Nahost-Konflikt als politischer Prüfstein

Wenn eine politische Streitfrage geeignet ist, reaktionäre Haltungen als solche zu entlarven, so ist es zweifelsfrei der Nahost-Konflikt. So begreifen sich nicht nur in den etablierten Parteien, sondern auch in der AfD manche Neokonservative, in bester Tradition der Antideutschen, dezidiert als „zionistisch“ oder „radikal pro-israelisch“, weil man in Israel einen Vorposten „des Westens“ gegen den gemeinsamen Feind, sprich „den“ Islam, sieht. Vergessen ist in diesem Fall das Postulat vom Selbstbestimmungsrecht der Völker: Plötzlich ist Israel „Staatsräson“ und „westliches“ Blockdenken verdrängt das Primat des nationalen Interesses.

Um diese reaktionäre Position zu fundieren, wird zuweilen auf haarsträubende Argumente zurückgegriffen: So ist dann etwa zu hören, die Palästinenser seien ja im Grunde kein Volk, da es nie einen palästinensischen Staat gegeben habe. Tatsächlich sei es eine arabische Minderheit auf israelischem Gebiet. Eine Positionierung, die vor dem Hintergrund einer ja ohnehin schon bestehenden….

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