Saudi-Arabiens verdeckte Finanzierung der Iranischen Terrorgruppe -MEK- Volksmodschahedin

Nach Angaben des ehemaligen Sicherheitschefs der iranischen Terrorgruppe half der saudische Geheimdienst bei der Finanzierung der Gruppe, indem er Wertsachen wie Gold und Rolex-Uhren in den Irak und Jordanien schmuggelte, die auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden.

mekAP/Hassan Ammar

Was seit Jahren vermutet wurde, bestätigen Zeugenaussagen eines ehemaligen hochrangigen Beamten der iranischen militanten Oppositionsgruppe Mujahedeen Khalq (MEK), dass die Gruppe heimlich vom Königreich Saudi-Arabien finanziert wurde. Jahrzehntelang steuerte das Golfkönigreich – bekannt für seine allgemeine Feindseligkeit gegenüber den schiitischen Muslimen – Hunderte von Millionen Dollar an Gold und anderen Wertgegenständen bei, um die militante iranische marxistische Gruppe zu finanzieren – nämlich das ultimative Ziel der Gruppe, einen gewaltsamen Regimewechsel im Iran herbeizuführen und anschließend die Macht zu übernehmen.

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In einem Interview mit der jordanischen Nachrichtenagentur Albawaba News erläuterte der ehemalige MEK-Sicherheitschef Massoud Khodabandeh die verdeckten Mittel, mit denen die Saudis die Gruppe finanziert haben, einschließlich regionaler Schmuggelnetze und Schwarzmarkttransaktionen.

 

Laut Chodabandeh wurden Gold und andere wertvolle Rohstoffe, wie beispielsweise Rolex-Uhren, von Saudi-Arabien nach Bagdad verschifft und dann von saudi-arabischen Geschäftsleuten auf Schwarzmärkten in der jordanischen Hauptstadt Amman verkauft. Der Erlös aus diesen Transaktionen wurde dann auf Offshore-Konten platziert, die an das MEK gebunden sind, und anschließend zur Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit verwendet.
Khodabandeh erzählte auch, wie die Saudis der Gruppe sogar ein Kiswa gegeben hatten – ein großer Vorhang, der den Kaaba-Schrein in der islamischen heiligen Stadt Mekka schmückt. Kiswas werden für ca. 5 Millionen Dollar hergestellt und sind aufgrund ihrer religiösen Bedeutung oft deutlich mehr wert als ihre Produktionskosten.

Der ehemalige MEK-Beamte erzählte Albawaba auch, dass er persönlich die Übertragung von Wertsachen von Saudi-Arabien nach Bagdad beaufsichtigt habe, die dann verkauft würden, um die Gruppe zu finanzieren. In einem Fall hatte Chodabandeh drei Lastwagen mit Goldbarren von Saudi-Arabien nach Bagdad geschmuggelt, zusammen mit zwei irakischen und zwei saudischen Komplizen. Er schätzte, dass das in den Lastwagen enthaltene Gold fast 200 Millionen Dollar wert war, die schließlich alle ihren Weg in die MEK-Kassen fanden.

Khodabandeh behauptete auch, dass Prinz Turki bin Faisal al Saud, ehemaliger Chef des saudischen Geheimdienstes, eng in die Schmugglerringe verwickelt sei, mit denen die MEK heimlich finanziert wurde. Kein Wunder, dass bin Faisal inzwischen ein ausgesprochener Befürworter der Gruppe geworden ist und auf mehreren der jährlichen Konferenzen der Gruppe in Paris gesprochen hat. Auf der MEK-Konferenz 2017 erklärte bin Faisal:

Ihre Bemühungen, sich diesem Regime zu stellen, sind legitim, und Ihr Kampf um die Rettung aller Bereiche der iranischen Gesellschaft…. vor der Unterdrückung der Velayat-e Faqih-Herrschaft, wie von Frau Maryam Rajavi gesagt wurde, ist legitim und ein Gebot. Deshalb geht mit Gottes Segen voran.”

Khodabandeh erklärte, dass der ehemalige irakische Führer Saddam Hussein zwar einst der Hauptpatron der MEK gewesen sei, aber bin Faisal, der in den letzten Jahren die Rolle des Hauptfinanzierers der Gruppe übernommen habe, und behauptete, dass die Gruppe zu einer “Organisation unter der Leitung von Maryam[Rajavi, dem derzeitigen MEK-Führer] unter der Schirmherrschaft von Prinz Turki bin Faisal al Saud geworden sei”. Der ehemalige MEK-Beamte schloss das Interview mit der Feststellung, dass die MEK “sich von einer terroristischen Militärorganisation zu einer nachrichtendienstlichen Propagandamaschine gewandelt habe”.

Trotz ihrer Vergangenheit als militante Organisation, die für den Massenmord an iranischen und amerikanischen Bürgern verantwortlich ist, hat die MEK in den letzten Jahren versucht, ihr Image zu ändern und sich als “moderate” iranische Oppositionsgruppe und Exilregierung neu zu erfinden. Diese Bemühungen sind in den letzten Jahren gewachsen, obwohl die Gruppe im Iran so gut wie keine Unterstützung hat und konsequent als “kultisch” und “autoritär” bezeichnet wurde.

Das Facelifting der MEK von der Terrorgruppe zur Propagandamaschine begann in den 2000er Jahren und setzte sich in Gang, nachdem die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton sie 2012 von der US-Liste der ausländischen Terrororganisationen streichen ließ. Die Propaganda-Bemühungen der MEK sind seither unter der Trump-Administration in einen Overdrive geraten, da Präsident Trump versucht hat, “maximalen Druck” auf den Iran auszuüben, mit dem Endziel eines Regimewechsels. Derzeit ist die Trump-Administration mit bekannten MEK-Anhängern besetzt, darunter Rudy Giuliani, John Bolton und Elaine Chao, die im Laufe der Jahre Tausende von Dollar von der Gruppe erhalten haben.

Trotz der Tatsache, dass sie unschuldige Zivilisten getötet haben, nannten westliche Medien MEK-Sprecher und -Mitglieder in ihrer Berichterstattung über die Iran-Proteste Anfang des Jahres als “Beweis”, dass das iranische Volk den Regimewechsel und die MEK unterstützt, und ignorierten die massiven regierungsfreundlichen Kundgebungen, die mit den Protesten zusammenfielen. Wenig erwähnt wurde die Tatsache, dass MEK-Kämpfer in der Vergangenheit vom US-Militär ausgebildet wurden und Verbindungen zum israelischen Mossad haben. Auch die jüngsten Enthüllungen über die Verbindungen der Gruppe zu Saudi-Arabien sind nicht überraschend unter das Radar der Medien gerutscht.

Former MEK Official Exposes Saudi Arabia’s Covert Funding of Iranian Terror Group

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