Psychologe fordert mediale Mischkost

Die Menschen sollten sich wieder vermehrt mit ihrem Innenleben beschäftigen, statt ständig auf Bildschirme zu starren, rät der deutsche Psychotherapeut Georg Milzner. Dem morgendlichen Videospiel kann er dennoch Positives abgewinnen – vorausgesetzt, dass man es gemeinsam tut.

Georg Milzner, es ist morgens um 8.15 Uhr. Welchen Reizen waren Sie schon ausgesetzt?
Ich bin seit 7 Uhr wach und habe am Laptop E-Mails beantwortet und für eine Bekannte einen Therapeuten ausfindig gemacht. Gespielt habe ich heute Morgen nicht.

Gespielt?
Morgens spiele ich manchmal Computerspiele. Ich bin auf die Bitten meines Sohns und seiner Freunde hin einer «Clash of Clans»-Runde (Anm. d. Red.: Onlinestrategiespiel) beigetreten. Da muss man am Morgen natürlich gucken, wer überfallen worden ist und wie die Lage so steht. Das ist keine schlechte Art, gemeinsam in den Tag zu starten, sondern ungemein kommunikativ. Ganz im Gegensatz dazu, was man immer hört.

Sie raten also, bereits am Morgen zu gamen?
Wenn man miteinander spielt, ja. Die Basis ist die Beziehung. Wer von Games keine Ahnung hat, weiss zumindest, dass sie schlecht sind. Wenn man aber Anteil nimmt, löst sich dieses Problem schnell auf.

Das fällt vielen Eltern schwer.
Klar, denn sie sind nicht so aufgewachsen. Sie sehen bloss dieses Neue und ihnen Fremde. Das wirkt bedrohlich. Bei der Rockmusik hatten früher auch alle Eltern das Gefühl, die mache aggressiv, sexuell unkontrolliert und reisse die Kultur in den Abgrund. Dass einmal Leute wie Mick Jagger von der Queen zum Ritter geschlagen würden, hätte man sich im letzten Jahrhundert nicht vorstellen können.

Dürfen Ihre Kinder so viel spielen, wie sie wollen?
Meine älteren Kinder, die heute schon erwachsen sind, waren vor allem in……

Kommentare sind geschlossen.