Konjunktur des Elends

Wohlfahrtsverband: Ein Fünftel der deutschen Bevölkerung lebt in Armut

85845947.jpgAlltag in deutschen Städten: Ein Mann fischt in einem Mülleimer nach einer Pfandflasche (Berlin, November 2016) Foto: Robert Schlesinger/picture alliance

In der Bundesrepublik hat sich ein stabiler Armutssockel gebildet. 9,5 Prozent der Bevölkerung – 7,86 Millionen Menschen – waren 2017 zum Überleben auf Mindestsicherungsleistungen (Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Grundsicherung im Alter) angewiesen. 2010 lag diese Zahl noch bei 7,18 Millionen. Beinahe jeder zehnte Deutsche lebt also in einer Zone absoluter Armut, die sogar in einer mehrjährigen Phase kapitalistischer Konjunktur nicht nur nicht schrumpft, sondern weiter wächst.

Beim Paritätischen Gesamtverband, dessen Vorsitzender Rolf Rosenbrock diese Zahlen am Dienstag präsentierte, wird grundsätzlich milde kritisiert. Hier will man keine andere Gesellschaft, sondern – wie ausweislich des Koalitionsvertrages auch die Bundesregierung – mehr »sozialen Zusammenhalt« in der, die schon da ist. Und dieses schöne Ziel, so stellt sich heraus, ist in Gefahr. Das will der Wohlfahrtsverband in seinem neuen Jahresgutachten zur sozialen Lage…..

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