Die Arbeit hinter Big Data

Tweetstorms und Netflix-Binges machen Spaß – und sind profitabel. Zeit, uns die Früchte unserer digitalen Arbeit zurückzuholen.

uncuttippWem gehören unsere Daten? Wir sind es gewohnt diese Frage wegzuklicken, sie in ‚Nutzungsbedingungen‘ zu verbannen, die kein Mensch liest. Doch zunehmend berühren diese Frage auch unsere Lebensbedingungen. Transportunternehmen wie UPS und Amazon, zum Beispiel, nutzen ausgefuchste Technologien, um das Verhalten ihrer Beschäftigten bis ins Kleinste zu überwachen; internationale Einzelhandels- und Fast Food-Ketten lassen ihre Arbeitspläne von datengefütterten Algorithmen erstellen; „Smart Farm“-Technologien des Agrar-Giganten Monsanto saugen massenhaft wertvolle Informationen aus den Daten selbstständiger Bäuerinnen; und die Fahrerinnen von Uber trainieren mit Myriaden detaillierter Bewegungsdaten jene selbstfahrenden Autos, die am Ende wahrscheinlich ihren Arbeitsplatz ersetzen werden.

Seit eh und je steigern Kapitalistinnen ihren Profit mithilfe der Daten von Arbeiterinnen, ohne sie dafür zu bezahlen. Doch heute erlaubt ihnen die Verbreitung ‚smart‘ vernetzter Technologien – das ‚Internet der Dinge‘ – diese Überwachung über den Arbeitsplatz hinaus auszudehnen. Unser Privatleben wird zur Arena einer neuen Form nicht entlohnter Wertschöpfung. Digitale Verkaufsplattformen geben uns maßgeschneiderte Empfehlungen, Streaming-Dienste lernen, unseren Musikgeschmack vorherzusagen, Fitness-Apps tracken unseren Kalorienverbrauch und geben uns Tipps für ‚gesündere‘ Entscheidungen. Schon bald können Virtual Reality-Headsets die kleinsten spontanen Bewegungen der Augäpfel und der Netzhaut speichern.

»Big Data könnte ohne unser aller Beitrag nicht existieren«

Diese Technologien liefern unsere Information an private Unternehmen, für die das Wissen über Kaufgewohnheiten, Vorlieben und Körperfunktionen pures Gold…..

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