„Zuckerberg ruiniert unseren Planeten“

Wir nutzen digitale Technik überall und rund um die Uhr – aber nicht, um unser Leben grüner zu machen, mahnt Ökonom und Soziologe Tilman Santarius

Mann mit VR-Brillen und futuristischem Anzug und vielen KabelnFotos:Janosch Boerckel

Herr Santarius, meine Familie und ich kaufen online ein, haben statt Fernseher, Musikanlage und DVD-Player nur noch einen einzigen Laptop und unser Smartphone erspart uns unnötige Wege. Dürfen wir uns als Vorbilder des grünen Lifestyles sehen?

Wenn das Smartphone viele andere elektronische Geräte ersetzt, dann ist das ökologisch gesehen erst mal gut. Wenn Sie aber heute den Dauerbetrieb der Smartphones beobachten, dann dürfte der eben beschriebene Effekt wieder kleiner werden. Wir gucken Filme heute nicht nur abends auf dem Sofa, sondern jetzt auch in der U-­Bahn. Auf private Haushalte bezogen sehe ich keine Res­sourceneinsparungen. Insgesamt ver­brauchen wir eher mehr als zu analogen Zeiten.

Unsere Gewohnheiten sind schuld.

Von Schuld würde ich nicht sprechen. Die Bedürfnisse einer Gesellschaft ent­wickeln sich mit den technischen Mög­lichkeiten weiter. Hätte man vor 20 Jah­ren gefragt, ob man ein Smartphone braucht, hätte niemand ja gesagt. Ande­res Beispiel: Online­-Shopping. Es gibt Studien, die belegen, dass es schon des­halb zu einem Mehrkonsum kommt, weil es eben wahnsinnig bequem ist, vom Sofa aus einzukaufen. Und billiger ist es außerdem.

Wir konsumieren mehr aufgrund der gewonnenen Zeit und des gesparten Gelds? Mehr……

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