Der Zusammenbruch des Systems von Bretton Woods und der Beginn des großen neoliberalen Umbruchs

Tagungsort Mount Washington Hotel

1973 scheiterte die in Bretton Woods geschmiedete Weltwährungsarchitektur. Ein Blick zurück ist sinnvoll, denn in den politischen und ökonomischen Gegenbewegungen zu Freihandel und Neoliberalismus scheint sich heute eine neue Zäsur in der Geschichte der kapitalistischen Weltwirtschaft anzukündigen. Ein Text aus dem OXI-Schwerpunkt »1973« in der Juli-Ausgabe.

Wenn wir uns mit dem Ende der in dem kleinen Ort Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire 1944 vereinbarten Weltwirtschaftsordnung, oder genauer: Weltwährungsarchitektur auseinandersetzen, ist es sinnvoll, von Bretton Woods 1944 bis zum Ende dieser Konstellation 1973 einen Blick zurück in die Handels- und Währungsgeschichte des Kapitalismus vor Bretton Woods zu richten und danach die Entwicklung nach 1973 zu skizzieren.

Wir sehen dabei mehrere Zeitabschnitte mit unterschiedlichen Konstruktionen des Welthandels und der Währungsarchitektur. Das kann einen Blick in die Zukunft möglich machen, weil sich heute in den politischen und ökonomischen Gegenbewegungen zu Freihandel und Neoliberalismus eine neue Zäsur in der Geschichte der kapitalistischen Weltwirtschaft anzukündigen scheint.

1. Die Vorgeschichte von Bretton Woods

Hier unterscheide ich zwei historische und politökonomische Konstellationen. Das war zum Ersten die Zeit vom Beginn des 19. Jahrhundert bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. In dieser Zeitspanne….

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