Die Entzauberung des Euro schreitet voran

Die Euro-Einheitswährung wird zu einem immer größer werdenden Problem, zu einer erdrückenden Zwangsjacke für die Teilnehmerländer.

Die US-Zentralbank (Fed) hebt die Zinsen in kleinen Schritten an. Davon ist die Europäische Zentralbank (EZB) noch weit entfernt. Ihr Leitzins liegt nach wie vor auf der Nulllinie. Bis Ende September 2018 will sie weiter Schuldpapiere in Höhe von 30 Mrd. Euro pro Monat kaufen – möglicherweise auch darüber hinaus, wenn der EZB-Rat das für nötig befindet. Die Öffentlichkeit scheint sich mit der anhaltenden Nullzinspolitik abgefunden zu haben.

Dazu tragen vermutlich die vielen beschönigenden Kommentierungen von Politikern und systemhörigen Ökonomen bei, die einseitig angeblich positive Effekte der EZB-Geldpolitik – wie Konjunkturanschub und Senkung der Zinskosten für die öffentlichen Haushalte – herausstellen und loben.

Doch die Negativeffekte der Nullzinspolitik sind gewaltig und unübersehbar. Der Sparer erhält keinen Zins mehr und sein Realzins ist sogar negativ. Seine Ersparnisse werden im Zeitablauf nicht mehr, sondern weniger wert. Das reißt tiefe Löcher in die Altersvorsorge; immer mehr Menschen werden zu staatlichen Almosenempfängern und leichte Beute für Demagogen.

Der künstlich niedrige Zins senkt die Kapitalkosten künstlich ab, verleitet zu Fehlinvestitionen und hält unrentable Firmen und Banken am Leben. Das schläfert die Wettbewerbskräfte ein, lässt die Wachstumsdynamik schwinden. Der Nullzins treibt die Aktien-, Häuser- und Grundstückspreise in die Höhe. Wohnraum wird für viele unerschwinglich. Und nicht zuletzt verlockt der niedrige Zins Konsumenten, Unternehmen und Häuslebauer sich zu verschulden.

Die Dauerschuldnerei wird befördert: Fällige Schulden werden nicht …..

Kommentare sind geschlossen.