„Schlinge enger ziehen“: Ukrainischer Offizier erklärt Ziel neuer Attacke auf Donbass

Военнослужащие ВСУ на востоке Украины

Die ukrainische Armee will nach inoffiziellen Angaben aus den Kommandokreisen die Schlinge um die abtrünnige Millionenmetropole Donezk im Osten des Landes enger ziehen. Dies sei der Grund für die gestrige blutige Offensive auf Donezks Vorort Gorlowka gewesen, teilte ein Armeesprecher der Zeitung Strana.ua mit.

Das rund 250.000 Menschen zählende Gorlowka liegt rund 40 Kilometer nördlich von Donezk, der Hauptstadt des gleichnamigen ostukrainischen Gebiets, das nach dem Umsturz 2014 in Kiew seine Unabhängigkeit ausgerufen hatte. Am Montag hatte die Donezker Volkswehr von einem Gefecht mit ukrainischen Soldaten berichtet, die mit zwei Zügen den Raum Gorlowka angegriffen haben sollen. Bei dem Gefecht soll es auf beiden Seiten Tote gegeben haben.

Ein Offizier aus dem ukrainischen Stab der Vereinten Streitkräfte, der für die militärische Operation im Donbass zuständig ist, bestätigte nun gegenüber Strana.ua, dass die ukrainischen Streitkräfte einen Vorderposten der Milizen bei Gorlowka angegriffen und drei Gefangene genommen hätten.

„Gorlowka ist umgeben von günstig gelegenen Höhen, insbesondere in der Ortschaft Juschnoje. Wer diese Höhen beherrscht, beherrscht die Stadt – von dort aus lässt sich die ganze Stadt unter Beschuss halten“, sagte der Sprecher.

Wenn die Regierungstruppen die Höhen unter Kontrolle bringen sollten, würden die Milizen dem Sprecher zufolge Gorlowka nicht mehr halten können.

„Gorlowka ist ein strategisches Aufmarschgebiet für eine weitere Offensive Richtung Debalzewo und Jenakijewo: So wird die Schlinge um Donezk enger gezogen“, sagte der Offizier.

Nach seinen Angaben verletzt die ukrainische Armee dabei keinesfalls die Friedensabkommen von Minsk, weil die Höhen um Gorlowka in der so genannten „grauen Zone“ liegen. „Wenn wir diese graue Zone besetzen, gilt das nicht als Offensive.“

Im Osten der Ukraine schwelt seit mehr als vier Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen.Sputnik:

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