»Wir vergessen nicht und werden nicht verzeihen«

Der Massenmord im Gewerkschaftshaus in Odessa ist bis heute nicht aufgeklärt worden. Gespräch mit Sergej Markhel

RTR3NMUE.jpgAm Tag danach: Trauernder Mann vor dem Gewerkschaftshaus (3. Mai 2014) Foto: Gleb Garanich/REUTERS

Sie waren am 2. Mai 2014 auf dem Kulikowo-Platz vor dem Gewerkschaftshaus, wo damals ein Protestlager stattfand, das von den Rechten angegriffen wurde?

Ja. Allerdings konnte ich mich mit vielen anderen in die Seitenstraßen flüchten, als die Schlägertruppen das Camp stürmten. Einige meiner Freunde versuchten sich ins Gewerkschaftshaus zu retten und bezahlten das mit ihrem Leben.

Der Tag des Massakers jährte sich nun zum vierten Mal. Es heißt, dass an diesem 2. Mai – über den ganzen Tag verteilt – mindestens 10.000 Menschen hier waren, um Blumen niederzulegen und der Ermordeten zu gedenken.

Ja, das ist schon beachtlich, es werden von Mal zu Mal mehr.

Aber es gab keine Kundgebung, keine Musik, keine Fahnen, keine Reden.

Das war den Initiatoren ausdrücklich untersagt worden. Die Auflagen sind streng.

Drei Stunden später zog ein »Marsch für Ordnung« durch die Stadt: Vertreter des…..

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