«Was Kinder heute lernen, wird bald bedeutungslos sein»

uncuttippYuval Harari ist unerreichbar. «Er ist momentan zur Meditation in der Wüste und mehrere Wochen für niemanden zu sprechen», sagt die Bürochefin des Professors aus Israel. Auch sein persönlicher Mitarbeiter und Ehemann vertröstet uns auf später. Die Fragen beantwortet der 42-Jährige schliesslich schriftlich. So könne er sich besser konzentrieren.

Beobachter: Herr Harari, Sie schreiben in Ihrem aktuellen Buch, die Menschen könnten alle Macht an Algorithmen verlieren. Müssen wir Angst haben?
Yuval Harari: Wir sollten sehr auf der Hut sein. Die Macht verlagert sich in immer mehr Bereichen weg von den Menschen und hin zu Algorithmen. Vielleicht werden bald sogar die wichtigsten Entscheide in Politik und Wirtschaft von Algorithmen getroffen.

Beobachter: Wie bitte?
Harari: Ich glaube zwar nicht, dass eine künstliche Intelligenz etwa den Platz der deutschen Kanzlerin Angela Merkel einnehmen wird. Aber ihre Entscheide werden von künstlicher Intelligenz beeinflusst werden. Merkel könnte dann nur noch aus Optionen auswählen, die auf der Analyse grosser Datenströme und algorithmischer Berechnungen beruhen. Ihre Entscheide werden eher die Sicht….

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