Im Gericht mit Slobodan Milosevic

Der Hammer des Richters. / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/richter-hammer-urteil-gericht-rat-1587300/Der Hammer des Richters. / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/richter-hammer-urteil-gericht-rat-1587300/

Auf Seite 1303 seines Urteils gesteht das Kriegsverbrechertribunal, keine Beweise gegen Slobodan Milosevic zu haben. Erinnerungen an die Zeugenbefragungen von Arnold Sandhaus.

Das Jugoslawien-Tribunal[1] in Den Haag wurde Ende 2017 eingestellt. Mit dem Selbstmord des letzten Verurteilten erlebte es einen passenden Abschluss. Nach der Verlesung des Urteils (nach 13 Prozessjahren) rief General Praljak aus: „Slobodan Praljak ist kein Kriegsverbrecher! Ich lehne Ihr Urteil ab!“ Dann setzte er ein kleines Glas an seinen Mund und trank Gift. Kurz darauf starb er. Für das Tribunal ist jetzt die große Frage, wie das Gift hineingeschmuggelt werden konnte. Die wesentliche Frage aber lautet: Wie konnte die Welt dieses schändliche Tribunal, ohne Unterschied zwischen Richter und Ankläger, 24 Jahre walten lassen?

Heimlich wurde Slobodan Milosevic rehabilitiert, wie Gerald Brei im „Europäer“ von Juli/August 2017 berichtete – und zwar in der Verurteilung von Radovan Karadzic im März 2016. Vergraben auf Seite 1303 des 2615 Seiten zählenden Urteils wird nebenbei erwähnt, dass man keine Beweise für eine Verurteilung von Milosevic gefunden habe. Genau zehn Jahre zuvor, am 11. März 2006, starb der 64-jährige….

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