Das ist doch irre: Kann man im System noch psychisch gesund sein?

This is my happy place. (Foto: Artem Beliaikin, Unsplash.com)Die Feststellung einer psychischen Erkrankung ist in der aufgeklärten Gesellschaft sozial-, arbeits- und strafrechtlich ein Fortschritt gegenüber der in der Vergangenheit üblichen pauschalen Ächtung oder gar Wegsperrung der „Unnormalen“. Doch genügt das?

Medizin und Psychotherapie beziehen heute die Diagnose einer psychischen Erkrankung in die gesellschaftlich unterstützte Versorgung ein. Die betroffenen Menschen werden, zumindest sollte es so sein, aufwendig unterstützt und vom Geruch der Selbstverschuldung weitestgehend befreit. Das ist gut.

Doch die psychische Erkrankung wird im Gegensatz zu einer körperlichen Erkrankung ungleich schneller zum Etikett, weil eine Chronifizierung, also der Übergang von der vorübergehenden zur dauerhaften Präsenz einer Erkrankung oft vorausgesagt wird.

Lax ausgedrückt: Irre bleibt irgendwie irre, verrückt bleibt wohl verrückt, gestört bleibt gestört.

Misstrauen bezüglich dieser Etiketten muss spätestens dann wach werden, wenn sich Krankheitszuschreibungen und Diagnosen im Laufe von soziokulturellen…..

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