Dies und Das: Erste Gedanken zu Putin und ein bisschen Mechanik

saker.de 2.0Die Zahlen für Putin sind noch etwas gestiegen und bewegen sich auf 77% zu und damit sind wir gleich bei einem interessanten Mechanismus. Das Putin Team selbst hatte nämlich mit einem Ergebnis im Bereich 65% – 70% gerechnet. Die Diskrepanz erklärt man grinsend wie folgt: „Die briten wissen nicht, wie Russen ticken und haben uns mit ihrem Vergiftungs-Gekläffe zu diesem beträchtlichen Plus verholfen“ (Lockere Formulierung von mir). Die hohe Wahlbeteiligung scheint diese Einschätzung ebenfalls zu bestätigen; nicht wenige Russen sind wohl in einem Empfinden von „notwendig ist es nicht, aber jetzt erst recht!“ Putin wählen gegangen.

Natürlich stellt sich angesichts des Wahlergebnisses die Frage, was Putin nun tun wird.

Dabei interessieren mich weniger pragmatische Punkte, die ja klare Antwort finden in der Ansprache vom 1. März, als vielmehr die großen Linien. Eine davon ergibt sich aus einem Anliegen, das Putin eigenem Bekunden zufolge bereits seit 2000 beschäftigt, sowie aus seiner Antwort auf die Frage, ob er (die Verfassung ändern – was, nebenbei bemerkt keine kluge Frage war – und) 2024 nochmal Präsident sein will. Die wenig überraschende und flapsige Antwort (vorbehaltlich vielleicht einer kaum zu erwartenden Notlage des Landes) war natürlich (inhaltlich) „Nein“. Die Grundlinie, die ich meine, ist ein wesentlicher Aspekt seiner Grundlinie schlechthin; gleich noch mehr dazu.
Es wäre wohl nicht verkehrt, die nun ablaufende aktuelle Amtszeit als die Phase der Festigung und Stärkung der Souveränität Russlands zu betrachten (wozu vieles Pragmatische gehörte, aber das war die „Überschrift“); man könnte auch sagen, es ging darum, die Stellung stabil zu kriegen, gerne auch mit bequemen Suppenküchen, aber hauptsächlich sturmfest. Noch ist Russland nicht – und schon gar nicht ganz oben – angekommen, noch ist nicht alles erreicht, wie ja auch Putin selbst in seiner Ansprache subsumiert; aber Russland steht nun – ganz offensichtlich und zum großen Ärger so einiger – stabil und sturmfest auf festen Beinen. Man kann es noch drangsalieren und etwas bremsen, umwerfen, in ernste Seenot bringen oder unterwerfen aber kann man es nicht mehr.

Entsprechend sehe ich drei wesentliche Aufgaben, die Putins Ziele und Arbeit in den kommenden sechs Jahren wohl beschreiben dürften:

1) Russland weiter festigen und aufbauen. Hierzu gehören ganz wesentlich……

Kommentare sind geschlossen.