Afrin droht eingekesselt zu werden

Die nordsyrische Stadt Afrin mit ihren ca. 500.000 Einwohnern droht von türkischen Truppen eingekesselt zu werden. Die Verteidigungslinien der kurdischen YPG-Kräfte sind offenbar zusammengebrochen. Für die Bewohner – überwiegend Kurden, aber auch Araber und Christen, könnte es blutig enden.

Für diese sich anbahnende Katastrophe tragen auch die Kurden-Führer der YPG/PYD eine große Mitschuld. Sie haben all ihre Karten darauf gesetzt, dass die USA ihnen gegen die Türkei zur Hilfe eilen würden – was aber bisher nicht der Fall war. Im Gegenteil – Washington soll der Türkei sogar grünes Licht bei der Eroberung von weiteren von Kurden kontrollierten Städten wie Manbidsch gegeben haben. Auf die Amerikaner zu setzen, war wohl der größte Fehler der Kurden!

Die Kurden hätten diese Katastrophe und dieses unnötige Blutvergießen für die Zivilbevölkerung verhindern können, wenn sie eine Einigung mit der syrischen Regierung erzielt hätten. Damaskus wollte die Kontrolle über die Außengrenzen der Arabischen Republik Syrien und im Gegenzug der kurdischen Bevölkerung eine Teilautonomie gewähren. Die Kurden haben diesen Vorschlag aber deshalb abgelehnt, weil ihnen die USA sogar einen eigenen Staat versprochen haben.

Anstatt ihre eigenen Fehler nun einzugestehen und geschlossen als Führung zurückzutreten, suchen die YPG/PYD-Bosse die Fehler bei anderen. Nicht die Türkei, die sie gerade angreifen und vernichten – nicht die USA, die sie einfach verraten und im Stich gelassen haben – sondern bei Syrien, Iran und Russland, welche diesen Konflikt friedlich lösen wollten – aber die Einheit des syrischen Staates wahren wollten.

Aber wie kann zum Beispiel Russland den Kurden helfen, wenn die Kurden lieber weiterhin zweigleisig fahren und Russland und die USA gegeneinander ausspielen wollen? Dachten die kleinen YPG/PYD-Bosse wirklich, dass sie zwei Atommächte wie Schulkinder aus tricksen könnten? Nehmen wir einmal an, Russland hätte genau das getan, was die Kurden von ihnen verlangt haben: Russland soll also die Invasion der Türkei in Afrin stoppen und somit eine militärische Konfrontation mit einem NATO-Mitglied riskieren – worüber sich dann ausgerechnet die USA und die Kurden gefreut hätten, nach dem Motto „wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte“.

Aber wie hätten sich die Kurden bei Russland und Syrien für diese Hilfe bedankt? Jetzt genau aufpassen! Sie würden die USA noch mehr ins Land rein holen – 20 illegale US-Militärbasen existieren bereits auf syrischem Boden, dank der Kurden! In diesen Militärbasen werden Rebellen ausgebildet – also die Terroristen von morgen. Ein Teufelskreis, der niemals endet, weil die Kurden „Alles oder Nichts“ wollen – und dafür auf eine Autonomie und eine friedliche Lösung verzichten.

Bei den Regierungen der EU-Staaten, der USA, die Spitzen der NATO, der UN oder der westlichen Medien – die nur halbherzig über Afrin berichten – scheint das niemanden wirklich zu stören, dass die Kurden in Afrin auf den Deckel bekommen. Das schweigen ist eine indirekte Unterstützung der türkischen Militäroffensive gegen die Kurden, die fortdauernden Waffenlieferungen kommen noch oben drauf – was sogar als direkte Unterstützung für die Türkei zu bewerten ist.

Letztendlich trägt nur die kurdische Führung für all das die Schuld. Sie haben falsche Entscheidungen getroffen und damit das Leben der Zivilbevölkerung aufs Spiel gesetzt. Und das Russland den kurdischen Führern nicht mehr traut, liegt auch daran, dass die Kurden Abmachungen gebrochen haben und sogar Teile von Syrien besetzt halten, wo zuvor noch nie Kurden gelebt haben, zum Beispiel Deir Ezzor – wo die größten Öl- und Gasvorkommen des Landes lagern oder die wichtigen Staudämme am Euphrat-Fluss. Gestohlen von den Kurden – im Auftrag der Amerikaner – um das kriegsgebeutelte syrische Volk zu erpressen und einen Wiederaufbau des Landes zu behindern!

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