Sabotage am Förderband der Realität

Ein Journalist sitzt in einem kleinen Raum vor einem Mikrofon und liest von einem BlattEin Journalist und Nachrichtensprecher der Schweizerischen Depeschenagentur SDA in Bern, aufgenommen im Jahr 1939. Photopress/Keystone

Jeder gegen jeden und alle gegen sich selbst: Der Streik bei der Nachrichtenagentur SDA zeigt die ganze Misere der Schweizer Verlage. Und erzählt die Geschichte eines Totalversagens.

+++ Bern, 29.01.: Dame mit Hündchen +++

«SDA – nicht für Gewinne da», ruft der Anführer des Umzugs, eine ältere Passantin zieht verstört ihren Schosshund weg. «SDA?» sagt sie. «Nie gehört.»

1. Die (sda)

Nein, kaum jemand kennt die Schweizerische Depeschenagentur, aber gelesen hat sie jeder und jede Tausende Male. Es sind die Stillen einer sonst so lauten Branche, die an diesem grauen Dienstagmorgen vor dem Bundeshaus vorbeiziehen. Der erste unbefristete Streik von Schweizer Journalistinnen seit zehn Jahren wird von uneitlen Chronisten gemacht: von pflichtbewussten Faktensammlern, deren Namen nicht über ihren Artikeln stehen, sondern dahinter, unter dem schlichten Kürzel (sda).

2. Der CEO spricht

Am 30. Oktober werden von der SDA-Unternehmensleitung drei Dinge……

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