USA schießen Eigentor in Syrien

Länder wie Syrien, Irak, Iran und neuerdings auch die Türkei werden vom Westen des Öfteren gerne als Übeltäter abgestempelt. Dabei sind es aber westliche Staaten, die für das Desaster im nahen Osten eine große Mitschuld tragen.

Mit dem Militäreinsatz der Türkei in Nordsyrien nahm das Feuer weiter seinen Lauf. Und besonders die heuchlerische Politik des Westens hat stark zur Eskalation beigetragen. Denn die westlichen Staaten haben scheinbar ein großes Problem damit, einen offenen und transparenten Kurs gegenüber den Ländern und Völkern der Nahost-Region einzunehmen.

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Das „Kurden-Problem“ ist eines der Beispiele, wo die eklatante und fadenscheinige Politik des Westens eindrucksvoll zum Vorschein kommt. So wird die in der Türkei agierende Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation eingestuft. Der syrische Ableger dieser Gruppe, die Partei der Demokratischen Union (PYD) und dessen militärischer Flügel, die Volksverteidigungseinheiten (YPG) werden dagegen nicht als terroristisch eingestuft – und darüberhinaus vom Westen sogar unterstützt und bewaffnet.

Dabei handelt es sich zumeist um die selben Personen, die in der Türkei als PKK auftreten – und wenn sie die Grenze nach Syrien überqueren sich dann als YPG-Kämpfer ausgeben. Würde der Westen klare Massstäbe setzen, dann hätte man die PKK/PYD/YPG insgesamt entweder als terroristisch eingestuft oder eben nicht. Stattdessen will man den NATO-Partner Türkei für dumm verkaufen, indem man die PKK als terroristisch einstuft, gleichzeitig aber die YPG mit Waffen beliefert – welche wiederum auch gegen die Türkei gerichtet werden können.

Hätte der Westen gute und ernsthafte Absichten für die Menschen in dieser Region, würde man die Ziele der genannten Kurden-Gruppen entweder als legitim betrachten, oder insgesamt als terroristisch einstufen. Oder der Westen würde sich komplett aus dem nahen und mittleren Osten heraushalten und sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen.

Denn das gleiche Schema wird auch mit anderen Gruppen angewendet. So zum Beispiel mit der Al-Kaida-Terrororganisation – welche angeblich unter anderem für die schrecklichen Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich ist. So wurde diese Gruppe in Afghanistan in den 80er Jahren vom Westen unterstützt und bewaffnet, um die Sowjetunion zu schwächen. Sobald diese Kämpfer allerdings in westlichen Städten zuschlagen, gelten sie wieder als terroristisch und böse. Und in Syrien hat der Westen ab 2011 verschiedene Ableger von Al-Kaida erneut unterstützt, um eine mit Russland verbündete Regierung in Damaskus zu stürzen. Der Westen erfand dafür Bezeichnungen wie „moderate Rebellen“ oder „gemäßigte Rebellen“, um der westlichen Öffentlichkeit die Unterstützung von Terrorgruppen irgendwie verkaufen können.

Für diese Doppel-Standards gibt es plausible Gründe: Der Westen verfolgt besonders in der rohstoffreichen Nahost-Region geostrategische Interessen, die nur durchgesetzt werden können, wenn man die Völker und Länder in der Region spaltet und separiert. Die Konflikte müssen stets weiter angestiftet und hochgekocht werden. Ein wirklicher Frieden würde die reibungslose Ausbeutung und Unterwanderung durch multinationale Konzerne zu Nichte machen und die westliche Vorherrschaft auf der Welt bedrohen.

Die Türkei als NATO-Mitglied spielt dabei eine strategisch wichtige Rolle, da die Türkei geographisch eine ideale Lage einnimmt, um zum einen den nahen Osten zu kontrollieren und zum anderen Russland vom nahen Osten abzuschneiden.

Die Wiederannäherung zwischen Russland und der Türkei könnte für westliche Militärstrategen zum Desaster werden. Denn Russland ermuntert die Länder der Region, sich gegen die Besatzung durch die „Unruhestifter“ aus dem Westen aufzulehnen. Aufgrund der Militäroffensive der Türkei deuten die neuesten Entwicklungen tatsächlich darauf hin, dass sich die Türkei der Achse „Russland-Iran-Syrien“ anschließen möchte – was wiederum bedeuten würde, dass das Eis für den Westen im nahen Osten immer dünner wird. Während die Türkei in Nordsyrien auf Konfrontationskurs mit den USA geht, verstärkt Russland seine Luftabwehr-Kapazitäten in Syrien. So sollen in den vergangenen Tagen 4 weitere S-400-Batterien nach Latakia und Tartus verlegt worden sein.

Der voraussichtliche „Rauswurf“ der USA aus dem nahen Osten könnte mit einem etwas größeren Knall einhergehen – und für diesen Sonderfall scheint sich die Achse „Russland-Iran-Syrien“ bereits zu wappnen.

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