Die Wölfin im Schafspelz – eine Gefahr für Erdoğan?

Die neue „rechte“ Alternative. Foto: Yıldız Yazıcıoğlu (VOA), licensed under Public Domain Mark 1.0, Meral Akşener İYİ Party 1.jpg, via Wikimedia Commons

Während Recep Tayyip Erdoğan die türkische Demokratie dekonstruiert und ein autoritäres Präsidialsystem einführt – mit dem Verfassungsreferendum im April als Höhepunkt – erschien nun eine Person, die noch radikaler als Erdoğan ist und ihm seinen Job streitig machen will: die ultranationalistische Meral Akşener, die auch Teil der rechtsextremen, paramilitärischen Grauen Wölfe ist, auf deren Konto unzählige Morde an Kritiker*Innen und Oppositionellen aus dem linken und kurdischen Spektrum gehen.
Sultan, Alleinherrscher, Diktator – es gibt viele Beinamen, die dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zuteilwurden. In den letzten Jahren wurde es aber einsam um den reis, Führer, wie seine Anhänger*Innen ihn in der Türkei ehrfurchtsvoll und untergeben nennen. Isolation bedeutet ein politisches Risiko, dem ist sich Erdoğan nicht erst seit dem Putschversuch 2016 bewusst. Fast hätte eine kleine Fraktion innerhalb der türkischen Streitkräfte bei dem Versuch Erfolg gehabt, ihn und sein Regime zu stürzen. Dass der faire politische Wettbewerb über Wahlen so gut wie keine Veränderungen mehr herbeiführen kann, heißt nicht….

Kommentare sind geschlossen.