Zuckerbergs Monster

Facebook war einmal ein soziales Netzwerk. Und hat sich in eine Manipulationsmaschine verwandelt. Sie bedroht die Demokratie. Es gibt nur eine Möglichkeit, sie in den Griff zu bekommen. Eine Analyse in sieben Kapiteln.

Mark Zuckerberg steht inmitten einer Gruppe von lächelnden Menschen und macht mit ihnen ein Selfie

Bild: Jeff Roberson/AP/Keystone

Prolog

Geläutert möchte er wirken. Zerknirscht sieht er aus. Es ist der 21. September 2017, Mark Zuckerberg sitzt in Jeans und braunem T-Shirt in seinem gläsernen Büro in der Facebook-Zentrale und spricht per Videobotschaft zur Welt. Sagt: Er sei fassungslos, dass man seine Plattform missbraucht habe für politische Propaganda. Sagt: Das dürfe nicht wieder vorkommen. Sagt: dass sich nun vieles ändern werde.

Er liest vom Teleprompter ab. Einen 9-Punkte-Plan, der die «Integrität von politischen Wahlkämpfen» wahren soll. Verspricht: Man werde politische Werbung transparenter machen, weltweit mit Wahlbehörden zusammenarbeiten. Und muss am Ende doch zugeben: «Wir werden zukünftigen Missbrauch nicht verhindern können.»

2016 und 2017 bescherten Facebook den grössten Geldregen seiner Geschichte. Und beschädigten das Image des sozialen Netzwerks. Politiker in aller Welt nahmen Zuckerberg und Co. ins Visier. Das FBI wurde hellhörig. Und Aktivistinnen wandten sich ab.

Es ist noch nicht lange her, da vernetzten sich auf Facebook Demonstranten, um Diktatoren zu stürzen. Dann enterten Rechtspopulisten die Plattform, um dort ihren Hass auszukübeln.

Es ist noch nicht lange her, da wollte Facebook die «beste personalisierte Nachrichtenseite» der Welt sein. Dann wurde es zum Durchlauferhitzer für Fake-News.

Es ist noch nicht lange her, da sollte die Plattform «meaningful conversations» befeuern, relevante Diskussionen. Doch dann kaperten in- und ausländische Strippenzieher die Facebook-Werbemaschine – und mischten sich in Wahlen ein. Nagten an der Glaubwürdigkeit der politischen……

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