Von Terrorangst lässt sich politisch profitieren

Betonelemente im HB Zürich«Das ist Feigenblatt-Sicherheitspolitik. Da wird ein Sicherheitsgefühl erzeugt für die Bevölkerung», kritisiert Soziologin Elke M. Geenen. Im Bild: Betonelemente im Hauptbahnhof Zürich. Bild: Ennio Leanza/Keystone

Beobachter: Auf Weihnachtsmärkten stehen heute Betonelemente. Sie sollen Anschläge verhindern. Autos und Lastwagen könnten aber nach wie vor durchkommen. Was soll das?
Elke M. Geenen: Da wird ein Sicherheitsgefühl erzeugt für die Bevölkerung. Das ist nicht gleichzusetzen mit realer Sicherheit. Ein Grossteil der Politik besteht darin, Sicherheitsgefühle zu vermitteln.

Beobachter: Wie würde sich die Schweizer Gesellschaft verändern, wenn trotzdem ein Anschlag verübt würde?
Geenen: Man könnte noch besser Schuldige benennen respektive meinen, sie benennen zu können. Oft wird ja schon von Terrorismus gesprochen, wenn die Motive für die Tat noch gar nicht klar sind. Hintergrund für einen Anschlag kann auch eine schwere psychische Störung des Attentäters sein.

Beobachter: Warum der Fokus auf Terrorismus?
Geenen: Feindbilder sind gut, um von anderen Problemfeldern abzulenken. Bei einem Anschlag auf ein AKW, auf Wasserwerke oder einen Staudamm müsste…..

 

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