Jerusalem, die Hauptstadt der Apartheid

Ran HaCohen

Mit der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels hat Präsident Trump eine wirklich tiefe historische Einsicht bewiesen. Auch wenn Israel selbst eine andere Stadt als Hauptstadt beansprucht hätte – sei es Tel Aviv, wo 1948 die Unabhängigkeitserklärung Israels stattfand, oder Hebron, wo einst Abraham einen Friedhof kaufte und wo heute einige hundert jüdische Siedler Hunderttausende Palästinenser terrorisieren; oder sogar Vilnius, früher bekannt als “Litauens Jerusalem” für seine wohlhabende jüdische Gemeinde (die Israelis plappern jetzt nach, dass “jedes Volk das Recht hat, seine Hauptstadt selbst zu wählen”, warum also nicht?) – der Führer der freien Welt hätte Recht gehabt, Jerusalem als die wahre und echte Hauptstadt der israelischen Apartheid zu bezeichnen.

Seit dem Sturz der südafrikanischen Apartheid im Jahr 1994 ist keine Hauptstadt – in der Tat keine andere Stadt auf der Welt – in 60% erstklassige Vollbürger und 40% zweitklassige “Bewohner” aufgeteilt. Genau das aber ist die Essenz des “vereinigten” Jerusalem. Als Israel 1967 die östlichen Teile der Stadt besetzte und annektierte, stellte es mit Bedauern fest, dass sie bewohnt waren – von Palästinensern, inzwischen mehr als 300.000 von ihnen. Diese Palästinenser erhielten nicht die israelische Staatsbürgerschaft, sondern wurden lediglich zu geduldeten Bewohnern, als ob sie irgendwie in ihre eigene Stadt eingedrungen….

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