Judaistischen Siedler Terror im illegal besetzten Westjordanland, über den wir hier nichts berichtet bekommen

Dank an Ellen Rohlfs für die Übersetzung des Gideon Levy Artikel, über den judaistischen Siedler Terror im illegal besetzten Westjordanland, über den wir hier nichts berichtet bekommen.

Mohamed Jarara ein palästinensischer Polizist ist Opfer eines Terrorangriffs von drei Siedlern

Bild: Alex Levac

Er liegt auf einem eisernen Bett im Wohnzimmer seiner Wohnung in der Westbank-Stadt Asir ASH-Sharmaliya; ein weißes Licht beleuchtet seine schwarze Kappe auf de Kopf. Die Kappe verdeckt eine frische Narbe, die mit 42 Stichen quer über den Kopf genäht wurde. Es gibt auch eine tiefe Wunde über seiner Augenbraue über dem rechten Auge, das mit einem Verband zugedeckt ist. Er ist noch immer schwach. Er hat Schwierigkeiten vom Bett aufzustehen und zu sprechen ist eine große Belastung.

Mohammed Jarara ist das Opfer eines feindseligen Aktes, eines Terroraktes. Zu Beginn des Sukkot-Feiertages griffen drei Israelis seinen Wagen an, in dem er saß. Sie hielten den Wagen an und warfen Steine in ihn. Ein großer Stein aus wenigen Meter Entfernung geworfen verletzte Jararas Kopf schwer. In dieser Woche kehrte er nach zwei Kopf-Operationen und 10 Tagen im Krankenhaus nach Hause zurück.

Jarara ein 25jähriger Junggeselle ist Polizist bei den palästinensischen National-Sicherheitskräften. Er hat abwechselnd eine Woche Dienst und eine Woche ist er zu Hause. Seit vielen Jahren ist sein Vater an Parkinson erkrank und Mohamed hatte geholfen, seine Familie zu unterstützen, in der es noch vier Brüder und vier Schwestern gibt. Ihre kleine Stadt liegt nicht weit von Nablus entfernt und die Srtaße dorthin geht durch Olivenhaine, wo in dieser Woche die Ernte begann. Die Ernte ist ein Familien-Ereignis in der Westbank. Jeder kommt und hilft, klettert auf Leitern, schlägt die Bäume mit Stöcken und schüttelt die Zweige, damit die Oliven auf unten ausgebreiteten Plastikplanen fallen.

Am 5. Oktober war Jarara ein Passagier in einem Wagen, der zu seiner Dienststelle in Bethlehem fuhr, nachdem er an der Hochzeitsfeier eines Freundes in Bruqin, nahe Jenin teilgenommen hatte. Zusammen mit ihm waren noch zwei seiner Kollegen von den Sicherheitsdiensten: Thair Abeidi,43 und Ghassan Qasrawi,23. Nach 9 Uhr verließen sie die Hochzeit und fuhren zu ihrer Polizeistation zurück. Sie fuhren in Qasrawis Wagen, einem weißen 1010 Kia uns Qasrawi fuhr ihn. Abeidi saß neben ihm und Jarara saß hinten auf der rechten Seite mit einem offenen Fenster. Die drei waren in guter Laune. Für Juden war dies der erste Abend des Sukkot-Feiertages.

Kurz vor der Kreuzung mit der Nebenstraße, die zur Siedlung Shiloh führt auf der Schnellstraße 60 sahen sie aus der Ferne drei Personen am Straßenrand stehen Einer von ihnen machte eine Taschenlampe an und aus um ihnen zu sagen, dass sie anhalten sollen. Davon überzeugt, dass dies ein ad hoc-Armee oder ein Polizei-checkpoint sei, fuhren sie langsamer. Abeidi dachte an Salma a-Debi, einem Mitarbeiter von B’tselem, der Menschenrechtsorganisation.

Um fast 9 Uhr 45 erreichten wir das Gebiet von Shilo. Etwa 500-800m von der Abzweigung, die zum Dorf Turmus Ayya führt, sah ich den Lichtschein einer Taschenlampe und einige Leute, die am Straßenrand standen. Wir waren noch 50-80m entfernt und ich dachte mir, es wäre Polizei oder Soldaten. Ich bat Ghassan, langsam zu fahren und er fuhr sehr langsam heran.

Ich war überrascht, drei Leute in Zivil zu sehen und einer hielt eine Taschenlampe. Die andern beiden warfen Steine auf uns. Wir waren nur wenige Meter von ihnen entfernt. Ein Stein zerbrach das Fenster neben mir. Der andere traf Mohammed. Er schrie auf und mir wurde klar, dass er getroffen worden war. Ich drehte mich nach ihm um und sah, dass sein Gesicht von Blut bedeckt war. Ich nahm meine Jacke, die auf dem hinteren sitz lag, um das Bluten zu stoppen. Ich war überrascht über die Größe der Verletzung. Er hatte einen tiefe klaffende Wunde. Der Stein hatte ihn direkt getroffen. Das Fenster war offen gewesen und so traf ihn der Stein direkt. Er schrie vor Schmerzen und sagte, er sei dabei zu sterben. Ich versuchte ihn zu beruhigen.Doch war ich wirklich in Sorge um ihn.

Der Fahrer Qasrawi sagte zu B’tselem: ein Stein traf das Seitenfenster auf der rechten Seite des Wagens und es klang wie eine Explosion im Wagen, Ich hörte Mohammed auf dem Rücksitz schreien. Ich fragte ihn: Was ist los mit dir? Er sagte : mein Auge ist explodiert; Ich schaute nach ihm und sah, wie sein Gesicht von Blut bedeckt war. Ich wurde verrückt und fuhr schnell, um von den Siedlern schnell weg zu kommen . Ich sah in den Rückspiegel und sah eine Reihe von Siedlern auf der rechten Straßenseite. Sie taten so, als ob sie versuchten, nicht gesehen zu werden. Die Siedler haben dort einen Weinberg.

Von seinem Bett gab Jarara eine ähnliche Beschreibung des Vorfalles: Während sie fuhren sahen sie einige Leute – einer von ihnen trug ein weißes Hemd und eine große Schädelkappe mit langen Schläfenlocken, die über seine Backe hingen. Alle drei Siedler standen hinter dem Straßengeländer. Sie sahen aus, als wären sie 16,17 Jahre alt. Er sah keine Waffen in ihren Händen. Sie fuhren sehr langsam in dem Augenblick, als der Stein Jararas Kopf traf. Er verlor nicht das Bewusstsein, aber es floss eine Menge Blut von seinem Kopf. Sein Bruder Imad zeigte uns ein Photo, auf dem der Stein auf dem hinteren Sitz lag, nachdem er Mohammed getroffen hatte. Er ist größer als eine Faust. Ein Foto aus dem Krankenhaus zeigt den verletzten Kopf, von dem ein Stück gebrochen war.

Qasrawi gab sofort Gas und eilte in Richtung des Dorfes Turmus Ayya, wo er vor der lokalen Klinik hielt, die vom palästinensischen Sicherheitsdienst geführt wird. Nachdem er dort Erste Hilfe bekommen hatte, wurde er von der Ambulanz ins Regierungskrankenhaus nach Ramallah gebracht. … Jarara wurde in derselben Nacht noch in die private Klinik Istishari-Arab-Hospital gebracht, wo es Fächärzte der Neurologie gab.

Abeide kontaktierte den Regional-Kommandeur der nationalen Sicherheitsdienste, Riyad Salahat und berichtete ihm von dem Vorfall ….Jararas Familie hörte von der Verletzung erst am nächsten Morgen von seinen Kollegen. Und seine Geschwister eilten ins Krankenhaus nach Ramallah. Doch da an diesem Tag die Siedler ein Sukkot-Rennen hatten, war die Schnellstraße 60 für den Verkehr gesperrt. Die Fahrt zum Krankenhaus dauerte deshalb statt 40 Minuten fast zwei Stunden. Yarara lag auf der Intensivstation und durfte nicht besucht werden. Am nächsten Tag hatte er zwei Kopfoperationen. Eine Anzahl von Knochen in seinem Schädel waren zerschmettert. Eine Metallplatte musste in seine Stirn implantiert werden.

Die beiden Kollegen, die mit ihm im Wagen saßen, verfassten am nächsten Tag mit dem palästinensischen Verbindungsoffizier in Beit El eine Klage, um diese an die israelische Polizei zu schicken. Sie vermerkten, dass die Shilo-Kreuzung mit vielen Sicherheits-Kameras versehen ist. Nachdem sie die Anklageschrift abgegeben hatten, hörten sie nichts mehr und keiner von der israelischen Polizei hat eine Aussage von den drei Männern aufgenommen.

Die Sprecherin des Shai-Polizei-Distriktes Shlomit Baskosh antwortete nicht, als sie Anfang der Woche von Haaretz gefragt wurde, ob die Polizei eine Untersuchung über den Vorfall unternommen hat.

Als wir Jarara in dieser Woche zu Hause besuchten, wurde er gerade vom Bürgermeister Hazem Yassin seines Ortes besucht. …

Soweit bekannt ist, haben die israelischen Medien nichts über den Vorfall veröffentlicht. Anscheinend ist er ohne Bedeutung und interessiert die Israelis nicht.

 

 

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