Vom Wert der Armut

Die Armut – ein Wert des Wohlbefindens

von Pierre Rabhi

Ich bin arm geboren, in einer Gemeinschaft, die einfach war und die in einer kleinen Oase lebte, verloren inmitten einer großen Wüste. Mir schien, als ob sich seit den Anfängen nichts bewegt hätte, also seit Abraham. Dann haben sich die Dinge geändert, als sich herausstellte, dass unsere Gemeinde sich auf französischem Kolonialterritorium befand und man unter dem Boden Steinkohle entdeckte. Die Moderne erreicht uns, und in dem Moment werden all unsere traditionellen Strukturen gestört. Wir werden dazu gebracht einem Modell zu folgen, das nicht unseres war. Unseres beruhte auf Dankbarkeit im selben Maße wie Sparsamkeit, die uns genügsam machte, und die Genügsamkeit war vollkommen in unser Leben integriert. Die Moderne hat völlig verändert, worauf unsere Gesellschaft beruhte: auf dem Wissen der Begrenztheit (und auf begrenztem Wissen) sowie auf dem vollständigen Vertrauen in das Wohlwollen Gottes.

Nachdem meine Mutter gestorben war, hat mein Vater meine Erziehung Europäern anvertraut, und so habe ich die westlichen Werte in der Schule gelernt. Schon damals beruhten diese Werte auf der Idee, dass man immer überlegener werden könnte, dass man sich auf ein Leben vorzubereiten hätte, in dem man viel Geld…..

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