Putin lässt US-Imperium verzweifeln

Neben Verbündeten wie Syrien, Algerien und Iran könnte Russland demnächst im nahen Osten auch moderne Waffensysteme und Flugabwehrraketen an Staaten verkaufen, die bisher fest im Machtbereich der Amerikaner waren. So hat Russland bereits Verträge mit Ägypten, Irak, Türkei (NATO-Mitglied), den Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und nun auch Saudi Arabien abgeschlossen. Weitere Interessenten wären unter anderem der Libanon, Marokko, Libyen, Kuwait und Bahrain.

Genauso wie man deutsche, amerikanische oder allgemein Rüstungsexporte kritisiert, muss man auch die russischen Exporte aufs schärfste ablehnen und verurteilen. Wenn man bedenkt, dass zum Beispiel der Jemen durch die saudi-arabische Militärintervention ins Chaos gestürzt wurde und Millionen Menschen unter diesem schrecklichen Krieg – der in westlichen Medien leider kaum Beachtung findet – leiden, ist der russische Vertragsabschluss mit den saudischen Kriegsverbrechen schlichtweg heuchlerisch.

Wenn man sich jedoch die geopolitischen Auswirkungen der Annäherungen zahlreicher Staaten an Russland genauer betrachtet, kommt man zu dem Schluss, dass sich die amerikanische Dominanz auf der Welt dem Ende zuneigt. Das US-Imperium ist dabei wie ein Kartenhaus in sich zusammenzubrechen.

Bisher war es so, dass die Nahost-Länder ihre Exporte von Bodenschätzen wie Öl und Gas über den US-Dollar (Petrodollar) abwickeln ließen. Oder besser gesagt, sie mussten ihre Bodenschätze über den US-Dollar verkaufen. Der Verkauf über den US-Dollar ermöglichte den USA so viel Dollar drucken zu können, wie sie wollten. Solange die Nahost-Länder ihre Bodenschätze in Dollar verkauften, war die ganze Welt (vor allem Industrienationen wie zum Beispiel Deutschland) gezwungen, Dollar-Reserven anzulegen um damit an den Energiebörsen für ihre Wirtschaft lebenswichtige Waren einkaufen zu können. Obwohl die USA soviel Dollar drucken können wie sie wollen, verliert die Währung bisher kaum an Wert. Der Grund dafür ist, weil die Nachfrage nach dem Dollar wegen dem oben genannten Zwang eine stabilisierende Wirkung erzeugt.

Wenn aber Nahost-Länder (wie bereits in der Vergangenheit der Irak oder Libyen) auf die Idee kommen, vom Petrodollar-Zwang aussteigen zu wollen, würden die USA unmittelbar darauf militärisch eingreifen und den aus der Reihe tanzenden Diktator durch einen anderen genehmen Diktator oder einer Marionette ersetzen. Keiner kann den USA etwas entgegensetzen, da ausgerechnet nahezu die gesamte Weltgemeinschaft indirekt den amerikanischen Militärhaushalt finanziert – mit den die Weltgemeinschaft gleichzeitig tagtäglich bedroht wird. Im Grunde genommen, ist der US-Dollar und die US-Wirtschaft nur durch die militärische Stärke der US-Armee gedeckt – und durch sonst nichts!

Die Nahost-Länder sind darüberhinaus gezwungen, mit den Dollar-Einnahmen ihre Waffenkäufe in den USA zu tätigen. Es ist ein Teufelskreis von der die Menschheit kaum ausbrechen kann.

Ein wichtiges Detail bei den Waffenkäufen der Nahost-Länder bei den USA ist nicht jedem bekannt: Denn Flugzeuge, Raketen und Flugabwehrsysteme sind von den USA so kodiert, dass diese Waffen nicht gegen die USA oder Israel eingesetzt werden können. Auch Waffen zur Selbstverteidigung sind im Falle einer US-Militärintervention nutzlos. Und selbst wenn man es schafft, diese Waffen umzukodieren, kennen die USA die Schwächen ihrer eigenen Rüstung am besten.

Wenn sich Staaten also vom Dollar-Zwang abwenden wollen, wäre der erste logische Schritt, sich Waffen zu besorgen, mit welche sie sich gegen die USA und Israel auch verteidigen können. Es ist der erste Schritt zur Souveränität!

Russland spielt diese geopolitische Karte gekonnt aus. Der Militäreinsatz in Syrien hat gezeigt, dass Russland ein verlässlicher Partner ist, der seinen Verbündeten nicht im Stich lässt. Und auch die russischen Waffensysteme haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie der westlichen Technik mindestens ebenbürtig sind.

Das US-Imperium ist gerade dabei zusammenzubrechen und würde Russland keine atomaren Abschreckungsmitteln besitzen, hätten die USA schon längst einen vernichtenden Schlag gegen Russland verpasst. Denn nur so kann das US-Imperium verhindern, dass immer mehr Staaten ihre Souveränität zurückerlangen versuchen.

Verkaufen die Nahost-Länder dann irgendwann ihre Bodenschätze nicht mehr in Dollar, würden Industrienationen wie Deutschland auch keine Dollar-Reserven mehr anlegen. Die hochverschuldeten USA würden auf ihre wertlosen und selbstgedruckten Dollar sitzen bleiben, die US-Wirtschaft würde zusammenbrechen und das Militär nicht mehr finanzierbar sein. Die USA müssten überall auf der Welt ihre zahlreichen und überdimensionalen Basen schließen und die Menschheit wäre dieses Imperium los.

Wenn die Menschheit diesen Sturz des US-Imperiums irgendwie unbeschadet übersteht, würde die Welt danach anders funktionieren. Mindestens zwei Szenarien sind möglich: Entweder Russland setzt sich mit der Idee einer multipolaren Weltordnung durch, wo die Macht dann verteilt wird. Oder ein Land wie China übernimmt die Rolle der Amerikaner, was für die Menschheit nur eine Fortsetzung des amerikanischen Imperiums wäre. Deshalb sollte man Chinas Ambitionen genauso mit argwöhn betrachten, wie man es bei den USA auch tut.

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