Die Ermordung der Geschichte

von John Pilger, 22.09.2017

Auf dem Sender PBS (Anm.d.Ü.: Public Broadcasting Service, ein „unabhängiger“, non-profit Sender) hat eines der hochgejubelsten „Ereignisse“ im amerikanischen Fernsehen begonnen, The Vietnam War (Anm.d.Ü.: bei uns auf ARTE: Vietnam – neunteilige Dokumentarfilmreihe). Die Regisseure sind Ken Burns und Lynn Novick. Burns, der für seine Dokumentationen über den Bürgerkrieg, die Weltwirtschaftskrise und die Geschichte des Jazz gerühmt wird, sagt über seinen Vietnam-Film: „Das wird unser Land inspirieren, auf völlig neuen Art über den Vietnam-Krieg zu reden und zu denken.“

In einer Gesellschaft, der oft das historische Gedächtnis abhanden gekommen ist und die der Propaganda über ihre „Außergewöhnlichkeit“ hörig ist, wird Burns‘ „völlig neuer“ Vietnam-Krieg als ein „episches, historisches Werk“ präsentiert. Die breite Werbekampagne nennt den größten Unterstützer, die Bank of America, dessen Gebäude in Santa Barbara, Kalifornien, 1971 von Studenten niedergebrannt wurde, als Symbol des verhassten Kriegs in Vietnam.

Burns sagt, er sei „der gesamten Bank of America-Familie“ dankbar, die „seit langem unsere Veteranen unterstützt“. Die Bank of America war ein Konzern-Werkzeug für eine Invasion, die bis zu vier Millionen Vietnamesen getötet und….

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