Die Probleme sind nicht gelöst, sie wurden nur in die Zukunft verschoben

Im Sommer 2007 erreichte die Finanzkrise Deutschland. Was als Schwelbrand in den USA begann, wuchs sich zu einem weltweiten Flächenbrand aus. Manches hat sich seither getan, aber sind die Banken heute sicherer? Oder werden sie gar von Regeln erdrückt?

Das Eurozeichen in einer dunkler MasseDas Eurozeichen in einer dunkler Masse | © imago/Christian Ohde

Steuermilliarden für marode Banken – Italiens jüngste Rettungsaktionen lassen aufhorchen. Sollte nicht alles besser werden nach den Erfahrungen der Jahre 2007/2008? Abgestimmte Aufsicht, strengere Regeln, klarere Haftung. Zehn Jahre nach Ausbruch der größten Finanzkrise der Nachkriegszeit hat die Finanzbranche in Europa zwar ein Stück weit Vertrauen zurückgewonnen. Vollends gelöst sind die Probleme jedoch längst nicht.

„Wir sind nach wie vor in der Auflösung der Krise“, warnt Axel Weber. Der heutige Verwaltungsratschef der Schweizer Großbank UBS hat die Finanzkrise noch als Bundesbank-Präsident erlebt. Weber ist überzeugt: „Erst wenn die ganzen schlechten Assets aus den Bilanzen verschwunden sind, haben wir die Krise überwunden.“ EU-weit sitzen Banken noch auf faulen Krediten im Volumen von rund einer Billion Euro – vor allem in Südeuropa. In Italien etwa müssen die Banken um jeden sechsten geliehenen Euro bangen. Das weckt böse Erinnerungen.

Christoph Azone und Stefan Rupp sprachen über die aktuellen Entwicklungen – vor dem Hintergrund der damaligen Finanzkrise – mit dem Autor und Ökonom Marc Friedrich. Er sagt, dass die Probleme nicht gelöst sonden nur in die Zukunft verschoben wurden und schätzt, dass die nächste Finanzkrise ab 2020 – spätestens 2022 – kommen wird. Audio hier……

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