Hamburg: Protestaktion gegen G20 – „Sklaven des Systems“ marschieren durch Hamburg

Demonstranten waren gestern an einer besonderen Protestaktion zum anstehenden G20-Gipfel in Hamburg beteiligt. Sie kamen in Lehm eingehüllt und grauer Farbe, um so „die Gefangenschaft vieler Menschen in sozialen Strukturen“ darzustellen. Die Gestalten, die wie Tote durch die Innenstadt marschierten, sollten jene Menschen in der Gesellschaft darstellen, die den Glauben an die Solidarität verloren haben – eine an die heutige Welt angepasste Masse, die sich der Selbstbezogenheit verschrieben hat. Auf der dazugehörigen Webseite heißt es: Die 1.000 GESTALTEN sollen eine Gesellschaft verkörpern, der das Gefühl dafür abhanden gekommen ist, dass auch eine andere Welt möglich ist. Dass nicht Börsennachrichten über unser Glück bestimmen, sondern gesunde Beziehungen, und dass sich Glück nicht darüber definiert, was wir haben, sondern was wir sind.

In der Choreografie befreien sich die „Sklaven des heutigen Systems“ anschließend aus ihrer grauen Enge und finden sich in einer bunten, lebensfrohen Welt wieder. Die Protestorganisatoren wollen mit der Aktion deutlich machen, dass „eine andere Welt möglich ist und nur wir selbst sie verändern können“. Die Schlüsselfaktoren für Gesellschaften hin zu dieser, wie es heißt, besseren Welt seien Mitgefühl und Kollektivismus.

In der Protestankündigung dazu wird das wie folgt erklärt: Wir können nicht darauf warten, dass Veränderung von den Mächtigsten der Welt ausgeht, sondern müssen uns jetzt alle politisch und sozial verantwortlich zeigen. […] Wir wollen daran erinnern, wie identitätsstiftend Mitgefühl und Gemeinsinn für die Gesellschaft sind. Unsere Aktion ist ein weiteres Zeichen dafür, dass viele Menschen die zerstörerischen Auswirkungen des Kapitalismus nicht länger hinnehmen wollen. Was uns am Ende rettet, ist nicht unser Kontostand, sondern jemand, der uns die Hand reicht.

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