Zentralbanken sind Geschöpfe der Machtpolitik, nicht der ökonomischen Vernunft

Karl-Friedrich Israel

In einer Zeit, in der Zentralbankreformen in aller Munde sind, ist es wichtig sich, auch der fundamentaleren Frage nach der Notwendigkeit von Zentralbanken überhaupt zu widmen. Im Jahre 1936 publizierte Vera C. Smith (spätere Lutz) ihre Doktorarbeit The Rationale of Central Banking, die sie unter der Betreuung von Friedrich August von Hayek (1899-1992) an der London School of Economics geschrieben hatte. Smith studierte die ökonomischen Kontroversen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts um das Zentralbankwesen in Frankreich, Belgien, Deutschland, England, Schottland und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Smith gab klar und deutlich zu verstehen, dass Zentralbanken nicht die Folge natürlicher Entwicklungen im Finanzsektor waren, sondern immer aus staatlichen Sonderrechten heraus entstanden sind. Es gibt hier also Rechtfertigungsbedarf. Sie identifizierte fünf Hauptargumente für das Zentralbankwesen aus ökonomischer……

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