Trump und andere Dumpfbacken

In seiner Antrittsrede sagte der irrlichterne US-Präsident: „Wir haben die Grenzen anderer Länder verteidigt, während wir uns weigerten, unsere eigenen zu verteidigen. Wir haben Billionen über Billionen in Übersee ausgegeben, während unsere Infrastruktur verwahrloste.“

Offensichtlich weiß der mächtigste Mann der Welt nicht, was die USA in vielen Ländern der Erde machen. Sie haben etwa 1000 Militärstationen, um das US-Einflussgebiet und den Zugang zu Rohstoffen und Absatzmärkten zu sichern. Sie führen Öl- und Gaskriege in Afghanistan, im Irak, in Syrien, in Libyen usw, weil sie der Meinung sind, dass die „unverzichtbare Nation“ einen Anspruch auf alle Rohstoffe dieser Erde hat.

 

Ich stelle mit die Frage, was Afghanen, Iraker, Syrer oder Libyer wohl denken, wenn sie lesen, dass der US-Präsident meint, die USA hätten ihre Grenzen verteidigt.
Wer aber glaubt, Dumpfbacken gäbe es vor allem in der US-Elite, zu der Trump selbstverständlich gehört, der lese den Kommentar der Bild zu dieser Aussage Donald Trumps:

 

„Erneut unterstrich Donald Trump, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Amerika die Rolle des Polizisten der Welt übernimmt.“

 

Das ist ein klassisches Beispiel für die Dumpfbackigkeit, mit der in vielen Medien bei uns die Außenpolitik kommentiert wird. Einen Staat, der Öl- und Gaskriege führt, der raubt und plündert und von Vietnam angefangen bis zum Irak verantwortlich ist für den Tod von Millionen Menschen, darunter auch US-Soldaten, „Weltpolizisten“ zu nennen, zeigt drastischerweise die Blindheit und ideologische Voreinigenommenheit vieler Kommentatoren in Deutschland, wenn es um die US-Politik geht.

Via Oskar Lafontaine

 

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