Pizzagate, Fakenews und postfaktische Zeiten: was kann man noch glauben?

Kürzlich enthüllte Wikileaks gehackte Emails von Hillary Clintons Wahlkampfleiter John Podesta, die dessen mutmaßliche Kontakte in pädophile Kreise der Washingtoner Eliten offenlegen sollen. Unter diesen befindet sich ein Pizzaladenbesitzer, der gruselig schräge Kinderfotos auf seinem Instagramm-Account postet. Gleichzeitig bekommt Wikileaks-Gründer Julian Assange angeblich Besuch von Busenwunder Pamela Anderson, die ebenfalls Kontakte in jene Kreise pflegen soll und Assange gerüchteweise mit einem veganen Sandwich vergiftet. Die bizarre Mischung aus Fakten und Fiktion schlägt jedes Hollywooddrehbuch. Politiker nutzen das mediale Theater, um alle derartigen Geschichten zu „Fakenews“ zu erklären und endlich wirkliche „Kontrolle“ in den (sozialen) Onlinemedien zu fordern. Die Schlacht um die letzten unzensierten Informationskanäle ist eröffnet.

Mitte Oktober hatte Kanzlerin Merkel in ihrer umfassenden Weitsicht und Weisheit verkündet, dass wir in ein „postfaktisches Zeitalter“ eingetreten seien. Angesichts von „Hassbotschaften“ aller Art und eines von Lügen und Diffamierungen gekennzeichneten US-Wahlkampfs könnte man meinen, dass….

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