Wall Street bestimmt mehr als Clinton oder Trump

Der Ölpreis ist in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 50 Prozent gefallen © cc

Ernst Wolff / 05. Okt 2016 - Ohne höheren Ölpreis droht den USA ein Finanzkollaps. Deshalb sind sie an einer Konflikt-Eskalation im Nahen Osten interessiert.

Derzeit wird nicht der geringste Versuch unternommen, den Krieg in Syrien zu beenden. Ganz im Gegenteil: Er wird mit unverminderter Härte angefacht, und das nicht nur wegen der strategisch wichtigen Lage Syriens, sondern aus einem für die US-Finanzindustrie überaus wichtigen weiteren Grund.

Das grosse Problem der Wall Street: der Ölpreis

Die USA haben vor einigen Jahren mit Hilfe des Fracking den Versuch unternommen, von ÖI-Importen unabhängig und im Öl- und Gasbereich zu einem globalen Marktführer zu werden. Da der technische Fortschritt beim Fracking diese zunächst teure Art der Produktion immer ertragreicher werden liess, stiegen zahlreiche finanzstarke Investoren in das Geschäft ein und vergaben Kredite in Höhe von mehreren hundert Milliarden US-Dollar an die aufstrebende Industrie.

Inzwischen ist klar, dass sie sich verkalkuliert haben. Der Ölpreis ist in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 50 Prozent gefallen. Zwar konnten die Produktionskosten im Fracking erheblich gesenkt werden, aber der seit Monaten um 45 Dollar pendelnde Preis reicht nicht aus, um die zum Überleben der Firmen dringend benötigten Profite zu....

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