Italien im Zustand der Militarisierung

Ungefähr jede zehnte Militärbasis eines Nato-Mitgliedes steht in dem südeuropäischen EU-Land

„B61-Gefechtsköpfe könnten im Fall einer internationalen Krise der italienischen Luftwaffe zur Verfügung gestellt werden“: Eine B61-Bombe ohne Sprengkopf im Bradbury Science Museum in Los Alamos Bild: mauritius

Der Krieg ist es nicht, wodurch sich Italien dauerhaften Ruhm in der Völkerfamilie erworben hatte – dafür waren eher Kunst und Lebensart die Gründe. Dennoch befindet sich das Land in einem Zustand der Militarisierung, als hinge davon das Überleben Europas ab.

Zur Erklärung dieses eigenartigen Zustands ist es wichtig zu wissen, woher denn die zahlreichen Kriegsvölker stammen, die in Italien Posto bezogen haben. Italiener sind es nämlich in der großen Zahl nicht, sie stammen vielmehr aus den USA. Von den annähernd 1000 Militärbasen, welche die USA und teilweise mit ihr zusammen andere Nato-Staaten weltweit unterhalten, befinden sich rund 100 in Italien. Die geografische Lage des Landes erlaubt nämlich eine strategische Positionierung sowohl gegen Nordafrika als auch gegen Nahost. Die Sicherheitsbedürfnisse des Landes rechtfertigen einen derartigen Aufmarsch nicht. Antonio Mazzeo, italienischer Journalist, ehemaliger Stadtrat in Pisa und Fachmann für Fragen des Militärwesens, sagt: „Italien wurde in der letzten Zeit von Stützpunkten der Nato und der USA buchstäblich kolonisiert.“ Und, was noch schlimmer sei: Dies....

Kommentare sind geschlossen.