Syrien: Voyeure des Schlachtfeldes

Claudio Michele Mancini graut vor der Kaltschnäuzigkeit der Kriegsparteien und den Medienmachen ebenso wie vor der Gedankenlosigkeit angeblich zivilisierter TV-Konsumenten.

Angesichts der aktuellen Nachrichten aus dem Kriegsgebiet in Syrien, muss sich jedem vor Abscheu und Ekel der Magen umdrehen. Egal ob heuchlerisches Argumentieren über die Beteiligung der Bundeswehr oder ergreifende Trauerzüge für gefallene US-Soldaten, das grauenvolle Schauspiel wiederholt sich trotzdem und wieder einmal diskutiert die Welt über Ursache und Wirkung, derweil sich die sich gegenseitig bekämpfenden Terrorbanden im Wüstensand über die neusten Waffenlieferungen aus westlichen Waffenschmieden freuen.

„Wir fühlen uns unseren Lesern und Zuschauern verpflichtet,“ so klingt es aus Journalistenmündern, so authentisch wie möglich aus Krisengebieten und über Killer-Operationen berichten. Wieder einmal sitzt das aufzuklärende Volk gebannt vor heimischen Bildschirmen und erlebt hautnah, wie Berichterstatter ihre Kriegs-Pflicht erfüllen. Bewaffnet mit Kameras, Videogerätschaften und hungrigen Objektiven übermitteln sie uns gestochen….

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