Der Schmuckstein des Anstosses

Computerspezialisten warnen im Zusammenhang mit dem neuen Nachrichtendienstgesetz schon lange vor der Massenüberwachung. Nun bekommen sie Unterstützung von Funkfachleuten.

Richard Clavadetscher

Die Aufforderung des Funkspezialisten, der uns kontaktierte, war unmissverständlich: Handy ausschalten und weit weg deponieren! Als das geschehen war, legte er los: Befürchtungen, wonach nach Annahme des Nachrichtendienstgesetzes (NDG) mit Massenüberwachung zu rechnen sei, seien überhaupt nicht übertrieben, sondern vielmehr realistisch. Die dafür nötige Technik jedenfalls sei vorhanden und in Betrieb, Überwachung längst möglich. Schlüsselworte dafür seien Achat und Ifass, die Namen zweier Systeme der Armee zum heimlichen Abgreifen von Informationen unter anderem. So die Zusammenfassung des vertraulichen Gesprächs.

Achat (eigentlich der Name eines Schmucksteins) heisst das Spionage-Auswertungssystem, das im Zentrum elektronischer Operationen der Armee in Zimmerwald BE steht. Das System macht Funkaufklärung (Auswertung von Satellitenkommunikation) und kann etwa gesprochene Sprachen – nicht nur landeseigene – «verstehen» und in Datenfiles ablegen wie Faxe und E-Mails. Dies teilweise automatisch.

Zielgenaues Lokalisieren und Abhören

Ifass wiederum ist ein äusserst leistungsfähiges militärisches Sensoren- und Effektorensystem, das schweizweit....

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