Multimillionen-Manna der Pharmaindustrie

Zehn grosse Pharmaunternehmen haben 2015 in der Schweiz über 80 Millionen Franken an Ärzte, Spitäler und Medizinalfirmen verteilt.

Red. Dieser Beitrag erschien in der neusten Nummer des «Beobachter».

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Und die Pharmaindustrie verteilt sie grosszügig. Sie bezahlt in der Schweiz Hunderten von Ärzten Beratungshonorare, finanziert Vorträge, übernimmt Reise- und Übernachtungskosten und bezahlt Kongressgebühren. Weil die Branche damit schon vor Jahren in Verruf geriet, will sie nun Transparenz schaffen. Erstmals veröffentlichen die Pharmafirmen jetzt Zahlen.

Eine Auswertung des «Beobachter» zeigt das Ausmass der Geldflüsse: Zehn grosse Pharmafirmen überwiesen 2015 allein in der Schweiz gesamthaft 83,31 Millionen Franken an Ärzte, Gemeinschaftspraxen, Ärztegesellschaften, Fachvereinigungen, Spitäler, Medizinalfirmen, Kongressorganisatoren und andere Institutionen des Gesundheitswesens.

100’000 Franken zusätzlich zum Lohn

6,28 Millionen flossen direkt zu einzelnen Ärzten. Diese erhalten Beträge von einigen hundert bis zu mehreren zehntausend Franken. Spitzenreiter ist der Westschweizer Krebsspezialist Matti Aapro von der Privatklinik Genolier. Er bezieht vom Novartis-Konzern (Novartis, Sandoz Pharmaceuticals) gesamthaft….

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