Die 360°-NATO: Auf Konfrontationskurs mit Russland und dem Rest der Welt

Es war der damalige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, der schon 2010 argumentierte, das westliche Militärbündnis befinde sich im Übergang zu einer NATO 3.0.[1] Und tatsächlich lässt sich die Entwicklung der NATO von ihrer Gründung im Jahr 1949 bis heute grob in drei Phasen einteilen: Anfangs dominierte klar die Auseinandersetzung mit der Sowjetunion (NATO 1.0). Nach dem Ende der Blockkonfrontation standen dann der Umbau der Allianz hin zu einem weltweiten Interventionsbündnis sowie die Erweiterung ihres Einflussgebietes im Vordergrund (NATO 2.0). Seit einigen Jahren gewinnen nun die Auseinandersetzungen mit Russland und die damit einhergehende Aufrüstung der Ostflanke wieder stark an Bedeutung. Doch dies bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass die Allianz von ihrem Anspruch abrücken würde, auch künftig überall dort – einschließlich des Cyberspace – militärisch zu intervenieren, wo dies die Interessenslage….

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