Fußball, Politik und Krieg

Den Ball flach halten  - die bessere Strategie?  (Foto: yuran-78 / Clipdealer.de)

Den Ball flach halten – die deutlich bessere Strategie? (Foto: yuran-78 / Clipdealer.de)

Der Stürmer schießt, doch der Abwehrwall hält stand. Der Angriff bleibt in der Verteidigung stecken. Der Strafraum wird belagert. Das feindliche Tor steht nach einem Flankenangriff unter Trommelfeuer. Der Mittelstürmer bombt vom Sechzehner, doch der Torwart wirft sich in die Schussinie. Nun geht der Gegner mit einer neuen Strategie in die Offensive. Eine abgefeuerte Granate wird noch abgewehrt, doch dann schlägt das Geschoss ein. Schlachtenbummler mit Kriegsbemalung im Gesicht feiern den Sieg.

Fussball – der brave Enkel des Krieges

Fußball und Krieg sind enge Verwandte. Fußball ist der brave Enkel des Krieges. Beiden wird oft in hymnisch-religiösen Tönen gehuldigt. Bei TV-und Radioübertragungen kommen über zwanzig Prozent der eingesetzten Metaphern aus dem Militärischen. Fußball ist eine Abstraktion des Krieges, daher ist der Kampf um das runde Leder auch zur beliebtesten Sportart der Welt geworden. Fußball ist ein Pseudokrieg, der durch ein relativ einfaches Regelwerk gezähmt und entschärft erscheint. Orgiastische Gesten nach einem Treffer verweisen in noch tiefere Schichten und in Zeiten, da die Beute gejagt und erlegt wurde: Der Jäger, der das Tor oder das Wild mit dem Ball oder mit dem Speer getroffen hat, wird von der Meute gefeiert. Mit den erzielten Treffern ergibt sich bei jeder Meisterschaft unweigerlich eine Rangordnung, wobei sich heute die Gesellschaft fast nur mehr nur in Tabellen und Rankings auszudrücken scheint. Der herrschende Sozial-Darwinismus unterwirft im Ranking alle Produkte und Aspekte…..

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