Das Gesicht des Attentäters von Orlando

mustreadFrüher hat man tote Feinde gerne öffentlich zur Schau gestellt: An Stangen aufgespießt, vom Galgen baumelnd, oder, wie zuletzt bei Gaddafi, halbnackt, halbverwest, mit Einschussloch am Kopf im Kühlraum den Schaulustigen dargeboten.

Beim Attentäter von Orlando begnügt man sich damit, Fotos des vor der Tat noch Lebenden medial zu vermarkten, damit auch hier die Schaulustigen und Physiognomiedeuter sich daran sattsehen können. Seht her: So hat er ausgesehen, der Mörder! Daran, an diesem Bild, lässt sich Wut, Zorn, Empörung und vor allem auch Hass erzeugen und festmachen, aus solchen Bildern kriechen Angstträume und Vernichtungsgelüste. Die Berichte sagen jetzt, es handle sich um einen IS-Krieger, seine Tat sei ein Terroranschlag – und der deutsche SPIEGEL titelt, ohne jegliche Distanz: „Orlando – Amerikas Albtraum“

Wie würde der SPIEGEL wohl titeln, wenn aus Pakistan, aus Afghanistan, aus Syrien, aus Libyen, aus dem Irak zu jedem von Bomberpiloten, Raketenschützen und Drohnenpiloten angerichteten Massaker auch das Bild des Täters geliefert würde? Und das mehrmals pro Woche?

Was ist das für ein Land, das mit hochgerüstetem Militär seit….

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