Wettlauf auf „IS-Hauptstadt“ Raqqa hat begonnen

Eigentlich wollten die Kurden (YPG/Gelb) bis nach Afrin marschieren und somit die Nachschubwege über die türkisch-syrische Grenze für die Terroristen (ISIS/Schwarz und Nusra/Grün) dicht machen. Jetzt werden sie stattdessen von den USA dazu gedrängt, nach Süden auf die IS-Hochburg Raqqa vorzustoßen. Viele Kurden fühlen sich von Washington ausgenutzt. Was ist der Hintergrund?

Im Umland von Raqqa sind die wichtigsten Öl-Quellen Syriens. Die USA wollen dieses Gebiet unbedingt vor der syrischen Armee erreichen. Für dieses Unterfangen nutzen sie die Kurden aus. Diese fühlen sich ausgenutzt und beklagen, dass Washington bis heute kein grünes Licht für die Schließung der türkisch-syrischen Grenze gegeben hat.

Es deutet sogar alles daraufhin hin, dass die Kurden in eine große Falle gelockt werden. Sollten sie nach Raqqa marschieren (wonach es gerade aussieht), könnte die Türkei die Gunst der Stunde nutzen und eine Pufferzone (im schwarzen Bereich) zwischen den beiden Kurdengebieten (Gelb) errichten. Russland könnte in dem Fall sogar für eine bestimmte Zeit ein Auge zudrücken und die Türkei gewähren lassen, weil sich die Kurden zu Gehilfen der USA gemacht haben. Moskau und Damaskus hatten nämlich klar zu verstehen gegeben, dass Raqqa ausschließlich von der syrischen Armee befreit werden soll. Die USA wollen davon plötzlich nichts mehr wissen und machen ihr eigenes Ding.

Nun droht in den nächsten Tagen eine neue Eskalation im Nahen Osten. Russland wird sich das nicht gefallen lassen und verstärkt wieder seine militärischen Fähigkeiten in Latakia. Man sieht einmal mehr, dass die USA gar nicht an einer friedlichen Lösung interessiert sind. Russland erwägt nun, den Luftraum komplett zu schließen. Eine direkte Konfrontation zwischen Russland/Iran/Syrien und USA/Saudi-Arabien/Türkei ist nicht mehr ganz auszuschließen. Wobei die USA, Saudi Arabien und die Türkei jeweils andere Ziele verfolgen und sich gegenseitig in die Quere kommen könnten. Klick Bild für Grösser…

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