Obama auf dem Weg nach Hiroshima

Obama auf dem Weg nach Hiroshima: wird sich nicht für Atombombenabwurf auf die Stadt entschuldigen

bc3e228348a0a3f780321110.L1Sagt der Besuch wird „zukunftsorientiert“ sein

Jason Ditz  

Präsident Obama wird der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein, der nach dem Zweiten Weltkrieg die japanische Stadt Hiroshima besucht und sich an die Stelle des ersten atomaren Angriffs auf eine bewohnte Stadt begeben wird. Die Vereinigten Staaten von Amerika warfen am 6. August 1945 eine Atombombe auf die Stadt ab und töteten damit weit über 100.000 Menschen, wie die meisten Schätzungen besagen. 

Obama wird hingehen, wird sich aber „auf keinen Fall entschuldigen,“ laut Vertretern des Weißen Hauses, welche sagen, dass der Besuch „in die Zukunft gerichtet“ sein soll mit dem Schwerpunkt auf Amerikas Bekenntnis zu atomarer Abrüstung. Die Vereinigten Staaten von Amerika besitzen ein gewaltiges atomares Arsenal, und Präsident Obama hat gerade eine Modernisierungskampagne in die Wege geleitet, um dieses Arsenal für die kommenden Jahrzehnte intakt zu halten. 

Regierungsvertreter sagen, dass der Besuch unter Funktionären des Weißen Hauses „heiß diskutiert“ wurde, wobei viele fürchten, dass Obama nur aufgrund des Eindrucks, sich für den Atomangriff entschuldigt zu haben, Gegenreaktionen von Amerikanern zu gewärtigen haben wird. Der Presseminister des Weißen Hauses Josh Earnest blieb dabei, dass alle Fragen, ob Obama sich entschuldigen soll oder nicht, den „Historikern“ überlassen werden sollten. 

Während die Amerikaner 1945 den atomaren Angriff mit überwältigender Mehrheit befürworteten, zeigen Umfragen, dass im Lauf der Jahre eine steigende Zahl von Amerikanern diese Taktik ablehnen. Die Umfragen haben auch gezeigt, dass die Menschen in Japan, die natürlich von Anfang an dagegen waren, heute noch mehr dagegen sind.

Als das einzige Land, das einen Atomangriff ertragen musste, hat Japan eine strikt gegen Atomwaffen gerichtete Haltung eingenommen, und während die Regierung Abe sich in Richtung zunehmender Militarisierung bewegt, sind Atomwaffen noch immer ein schmerzbehaftetes Thema für das Land. Antilkrieg

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