Wer steckt hinter ISIS und anderen Terrorgruppen?

Die Terrorgruppen ISIS und Al-Nusra Front sind nicht durch Zufall entstanden. Sie wurden gezielt aufgebaut und gefördert. Die USA, Großbritannien, Frankreich, Katar, Saudi Arabien und die Türkei haben sich zusammengetan und wollten den Nahen Osten nach ihren Interessen neu gestalten.

Diese Akteure haben in Libyen erfolgreich einen Regierungssturz durchgeführt. Al-Kaida-Terroristen wurden dabei ganz gezielt mit Waffen und Informationen unterstützt um die libyschen Streitkräfte zu bekämpfen. Um dieses Unterfangen – Gaddafi zu stürzen – zu beschleunigen, hatten die Verschwörer unter einem inszenierten Vorwand eine Flugverbotszone über Libyen durchgesetzt. Die NATO agierte von da an paradoxerweise als Luftwaffe für Al-Kaida. Nach 9/11 eigentlich undenkbar.

In Syrien sollte alles eigentlich genauso reibungslos wie in Libyen vonstattengehen. Ähnlich wie in Libyen sollten sich auch in Syrien sogenannte Schläferzellen unter den Demonstranten mischen und die Sicherheitskräfte provozieren und angreifen. Die Reaktionen der Sicherheitskräfte wurden dann über die Medien verbreitet. Diese Manipulation der Medien sorgte schließlich dafür, dass die Völker gegeneinander aufgewiegelt wurden und die Terroristen gleichzeitig immer mehr Zulauf erhielten.

Am Anfang schien in Syrien alles nach Plan zu verlaufen. Die Medien berichteten von Auflösungserscheinungen der syrischen Armee. Immer mehr Soldaten hätten sich angeblich den Terroristen angeschlossen. Heute weiß man, dass die damaligen Zahlen durch die Medien massiv übertreiben wurden und diese Taktik schlicht zur psychologischen Kriegsführung zählte.

Dann ist doch etwas außerplanmäßiges geschehen. Die Al-Nusra/FSA Terroristen hatten zwar ihren „Job“ gemacht und die syrischen Sicherheitskräfte geschwächt, sie warteten jedoch vergeblich auf die Luftunterstützung durch die NATO-Kräfte, so wie es bei der sogenannten «Flugverbotszone» in Libyen der Fall war. Die Verschwörer scheiterten dieses Mal jedoch an das Doppelveto von Russland und China im UN-Sicherheitsrat. Zu dem Zeitpunkt waren in Syrien noch wenige Tausend (Maximal 10.000) Menschen durch den Terror-Krieg getötet worden. Anstatt aufzugeben und die Beute (Syrien) fallen lassen, hatten die Verschwörer jedoch den Einsatz nochmal erhöht. Von da an wurde es in Syrien richtig brutal und blutig.

Da man über den UN-Sicherheitsrat wegen der Blockadehaltung der Russen und Chinesen keine Legitimation für einen Krieg bekommen würde, organisierten die Akteure einen eigenen inszenierten Kriegsvorwand. Es passte gut ins Bild, dass Syrien über C-Waffen als Abschreckung gegen die Atommacht Israel besaß. Anfang des Jahres 2013 organisierte die Türkei Giftgas aus Libyen. Im April 2013 erschienen bereits erste Meldungen von kleineren Giftgasangriffen nahe Aleppo. Wahrscheinlich wurden diese Attacken nur zu Testzwecken eingesetzt – womöglich um die Auftraggeber davon zu überzeugen, dass der Einsatz von C-Waffen unter realen Bedienungen möglich war und dabei die Spur verwischt werden kann.

Die Medien konnte es kaum erwarten und haben schon zu dem Zeitpunkt Assad die Schuld für diese „Test-Attacken“ gegeben. Die syrische Regierung dementierte eine Beteiligung und rief sogar die UN um Hilfe bei der Aufklärung. Als UN-Inspekteure auf Wunsch von Damaskus in Syrien eintrafen, war es dann passiert. Nahe Damaskus wurden bei einem Giftgasangriff über 1000 Menschen, darunter viele Kinder, getötet. Die Terroristen hatten das grausige Spektakel sehr Medienwirksam inszeniert. Die Medien bezeichneten Assad als „Giftgasmörder“. Heute wird dieses Thema in den Medien lieber verschwiegen, da mittlerweile jedem bekannt ist, wer der wahre Täter war.

Aber damals hätte dieser inszenierte Anschlag die ganze Welt ins Chaos gestürzt. Der Kriegsvorwand war endlich da. Der Westen, Saudi Arabien und die Türkei bereiteten einen Militärschlag gegen Syrien vor. Es kam zum Showdown. Auf der anderen Seite entsendeten Russland und China eine ganze Armada von Kriegsschiffen vor die Küste Syriens. Auch der Iran drohte ganz offen mit Vergeltung, wenn es jemand wagen sollte, Damaskus anzugreifen. Großbritannien zog sich wegen der drohenden Eskalation als erstes zurück. Obama bleib daraufhin nichts anderes übrig, als den Krieg abzublasen. Es hätte nämlich der Beginn des dritten Weltkrieges werden können.

Damit Obama sein Gesicht wahren konnte, organisierte Putin die Vernichtung der syrischen Giftgasbestände unter internationaler Aufsicht. Damaskus bekam von Putin im Gegenzug für die Vernichtung seiner Abschreckungswaffen eine Schutzzusage der russischen Streitkräfte, falls sich die NATO doch nochmal wagen sollte, Syrien anzugreifen.

Im Jahre 2013 hatten die Verschwörer eine deftige Niederlage erlitten. Ihr Plan, die USA in einen Krieg gegen Syrien zu verwickeln und anschießend eine Flugverbotszone zu errichten, ist wegen Obamas Rückzieher gescheitert. Die Terroristen am Boden mussten vorerst ohne Luftwaffe weiter morden. Unter den Verschwörern bildeten sich verschiedene Blöcke. Man war sich uneins, wie es weiter gehen sollte. Die USA, Großbritannien und Frankreich wollten zwar Assad stürzen, aber ihre eigenen Hände nicht dreckig machen. Auch wollten diese Akteure ihren „Ruf“ nicht vollends ruinieren, wenn sie weiterhin Al-Kaida (Al-Nusra Front) unterstützen. Saudi Arabien und die Türkei setzten hingegen auf noch radikalerer Terroristen. Das war der Moment, wo sich die Terroristen in zwei Gruppen spalteten: Al-Nusra Front und ISIS.

Saudi Arabien und die Türkei waren der Meinung, dass die Terroristen bei der syrischen Bevölkerung Angst und Schrecken verbreiten sollten. Zivilisten wurden Medienwirksam geköpft und abgeschlachtet. Angst und Schrecken ist eine psychologische Waffe und sollte die syrische Gesellschaft lähmen und von innen zerfressen. Aus den Flüchtlingsmassen, die in der Türkei gelangten, wurden weitere Terroristen rekrutiert. Teilweise wurden Flüchtlinge auch gezwungen, sich den Terrorgruppen anzuschließen. Ein Teufelskreis, der nie enden wollte. Reiche Länder haben immer mehr Öl ins Feuer gegossen.

Auch heute noch, im Jahr 2016, haben die Verschwörer ihre Beute nicht fallen gelassen. Aber die verschiedenen Akteure verfolgen mittlerweile unterschiedliche Strategien und Ziele. Anfangs waren sich alles Akteure einig: Syrien sollte vernichtet werden, damit Israel seine Führungsrolle im Nahen Osten festigen kann. Zusätzlich hätten auch alle Akteure wirtschaftlich und geopolitisch von einem zerstörten Syrien profitiert:

• Die USA hätten Russland endgültig aus dem Nahen Osten vertrieben und die Handelswege kontrolliert.

• Frankreich und Großbritannien wollten wieder mehr Einfluss auf ihre alten Kolonien ausüben.

• Saudi Arabien wollte seinen Erzfeind Iran ausstechen. Der Iran ist mit Syrien verbündet.

• Katar könnte seine Gas-Pipeline über Syrien verlegen und preislich mit dem russischen Gas in Europa konkurrieren. Nebenbei wäre der Iran der große Verlierer gewesen.

• Die Türkei wollte auch von der Katar-Pipeline profitieren. Nebenbei wollte die Türkei ihr Staatsgebiet vergrößern und die Kurden an einer möglichen Abspaltung hindern.

• Israel betrachtet die Achse «Iran, Syrien und Hisbollah» als größte Bedrohungen für ihre Vormachtstellung im Nahen Osten. Wäre Assad gestürzt, hätte der Iran seine Verbindungen bis zum Libanon stark eingebüßt. Saudi Arabien, Katar und die Türkei gelten hinter den Kulissen als Verbündete Israels. Mit dem gescheiterten Sturz Assads, könnten sich die Interessen weiter verschieben und zu Verwerfungen unter den jetzigen Verbündeten führen.

Wie wird es weiter gehen?

Russland hatte Ende September 2015 den Einsatz erhöht und einen weiteren Versuch einer Etablierung einer Flugverbotszone durch die Türkei verhindert. Heute stehen in Syrien russische S-400 Flugabwehrraketen, womit eine NATO-Flugverbotszone endgültig vom Tisch sein dürfte. Moskau wird voraussichtlich bis Juni/Juli einen weniger intensiven Kampf gegen den Terror führen, da im Sommer eine reale Chance besteht, dass die gegenseitige Sanktionspolitik mit dem Westen eingestellt werden könnte.

Je nachdem wie sich Saudi Arabien und die Türkei in Syrien verhalten, könnte es nach dem Sommer zur offenen militärischen Auseinandersetzungen zwischen Syrien/Iran/Russland und Saudi Arabien/Türkei kommen.

Um die westlichen Sanktionen gegen Russland aufrechtzuerhalten, könnte zuvor schon die Ukraine eine Eskalation im Donbas provozieren. Die Türkei versucht darüberhinaus auch den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan anzuheizen, um Russland in einen weiteren Konflikt hineinzuziehen.

Als Gegenmaßnahme hat der Iran seine Truppenpräsenz in Syrien erhöht. Russland verlegte weitere moderne Panzer und gefürchtete Iskander-Raketen nach Syrien. Weil Saudi Arabien und die Türkei die Terroristen in Syrien derzeit mit tragbaren Flugabwehrraketen ausstattet, hat Russland seine älteren Su-25 Kampfbomber abgezogen und verlegt wieder mehr moderne Su-34 Bomber nach Latakia. Zudem wird Russland die Kurden stärker bewaffnen und sie auf einen möglichen Krieg gegen die Türkei stärken.

Es hängt jetzt alles von den Verschwörern ab, ob sie nun ihre Beute fallen lassen und das sinnlose Blutvergiessen beenden, oder doch noch bis zum letzten gehen wollen. Letzteres wird vor allem für Saudi Arabien und die Türkei unangenehme Folgen nach sich ziehen. Sollte es ihnen doch noch gelingen Assad zu stürzen, wäre das ein fatales Signal für diese verbrecherischen Verschwörer, ihren Willen überall durchsetzen zu können. Was heute in Syrien passiert, kann morgen bei jedem x-beliebigen Land geschehen. Und Terrorismus würde sich als bewährte Strategie von Regierungen durchsetzen. Dieses Szenario wäre für die ganze Welt ein Armutszeugnis.

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