Die Außenpolitik der USA

Die US-Außenpolitik ist heute oft widersprüchlich, wie man in Syrien sieht, wo die vom Pentagon aufgestellten Soldaten gegen die von der CIA ausgebildeten kämpfen. Völlig konsistent ist sie hingegen in zwei Punkten: Europa zwischen der Europäischen Union auf der einen Seite und Russland auf der anderen zu spalten sowie den Fernen Osten zwischen der ASEAN auf der einen und China auf der anderen Seite. Warum ist das so – und kann man es im Voraus einkalkulieren?

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Um die Außenpolitik der Vereinigten Staaten zu verstehen und somit einplanen zu können, hat man mehr als ein Jahrhundert lang Isolationisten und Interventionisten einander gegenübergestellt. Die ersten befanden sich auf einer Linie mit den „Pilgervätern“, die aus dem alten Europa geflohen waren, um eine neue Welt aufzubauen, die auf ihre religiösen Werte gegründet war und deshalb weit entfernt vom europäischen Zynismus. Die zweiten, in der Tradition gewisser „Gründerväter“, schafften es nicht nur, ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen, sondern auf eigene Rechnung das Vorhaben des britischen Empires fortzuführen.

Heute macht diese Unterscheidung kaum noch Sinn, denn es ist unmöglich geworden, autark zu existieren, selbst für ein großes Land wie die Vereinigten Staaten. Obwohl es üblich ist, seinen politischen Gegnern Isolationismus vorzuwerfen, gibt es keinen US-Politiker – außer Ron Paul – der diese Vorstellung verteidigt.

Die Auseinandersetzung hat sich verlagert zwischen Freunde des Dauerkrieges und Anhänger eines maßvolleren Gebrauchs von Gewalt. Wenn man den Arbeiten von Martin Gilens und Benjamin I. Page glaubt, dann wird die aktuelle…

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