Pressefreiheit für wenige

kari_wkPressefreiheit ist, wenn die einen was sagen und die anderen zuhören. An das nette Märchen von der Meinungsfreiheit, im Artikel fünf des Grundgesetzes garantiert, glauben immer weniger Menschen: Nur ein Drittel der repräsentativ Befragten einer aktuellen Studie des Bayerischen Rundfunks (BR) hält die deutschen Nachrichtenmedien für unabhängig. Rund 60 Prozent weiß auch, von wem die Medien gelenkt sind: Regierung und Wirtschaft sind gleichauf bei der Lenkung der Medien. Weil das Mißtrauen in der Bevölkerung tief sitzt, wird seit einiger Zeit kräftig am Bild der Medien gemalt: Vorgeblich enthüllen die wesentlichen Medien neuerdings alles mögliche. Nichts über sich selbst, versteht sich. Aber den bösen Buben in Panama zum Beispiel, denen geht es jetzt an den weißen Kriminalitätskragen.

Wer dann hinter den gigantische Vorhang von „400 Journalisten von mehr als 100 Medienorganisationen in rund 80 Ländern“ blickt, die enthüllt und enthüllt und enthüllt haben sollen, der findet „John Doe“. Den geheimen Hacker, den Menschen, der die Daten besorgt hat, die dann später durch einer Überfülle von Journalisten gelesen, ausgewertet und vor allem präsentiert wurden. Aber es sind in Wahrheit die Julian Assanges, die Edward Snowdens und die vielen anonymen Helden des Cyberspace, die dem armen Medienkonsumenten manchmal einen Zipfel zur Lüftung der Herrschaftsgeheimnisse in die Hand….

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