Kurden und Christen lieferten sich Kämpfe in Syrien

In Syrien ist kurzzeitig ein Konflikt aufgeflammt, vor dem wir Ende letzten Jahres gewarnt hatten. Kurdische und christliche Milizen sind ineinander geraten und lieferten sich kleinere Kämpfe in Qamischli. Die multiethnische Stadt grenzt direkt an der türkischen Stadt Nusaybin. Dort geht die türkische Armee aktuell mit voller Härte gegen kurdische Kämpfer vor. Häuser von Zivilisten werden dabei von den Behörden einfach gesprengt. Paradoxerweise fliehen türkisch-kurdische Zivilisten mittlerweile in die umgekehrte Richtung nach Qamischli – wo es bisher weitestgehend friedlich war. Das könnte sich nun ändern.

Vor wenigen Tagen hatte eine bewaffnete Einheit einer Untergruppe der kurdischen YPG plötzlich und unvermittelt das Feuer auf einen Kommandeur einer christlichen Bürgerwehr an einem Checkpoint eröffnet. Dieser Zwischenfall verursachte weitere Kämpfe zwischen beiden Lagern. Am Ende Beklagten beide Seiten mehrere Tote in ihren Reihen.

Die allermeisten syrischen Christen betrachten sich als Teil des syrischen Staates, unterstützen die Assad-Regierung und ihre Bürger-Milizen sind an der NDF (National Defence Forces) angegliedert. Die NDF wiederum entlastet mit kleineren Aufgaben die Syrisch Arabische Armee (SAA) im Kampf gegen den Terror.

Ende letzten Jahres trafen sich Regierungsvertreter der Türkei, Saudi Arabien und der kurdischen Barzani-Regierung mit ISIS-Kommandeuren im Nordirak. Es wurden eine ganze Reihe von Maßnahmen beschlossen, um ein u.a. Bündnis zwischen der syrischen Regierung und der kurdischen YPG um jeden Preis zu verhindern. Ein solches Bündnis, das im geheimen bereits gut funktioniert, könnte die Pläne der Verschwörer endgültig zunichte machen.

Die Türkei hat nach dem Treffen ihre militärische Präsenz im Nordirak erhöht, um u.a. den illegalen Öl-Schmuggel über die Nordirak-Türkei-Route zu schützen. Diese Route liegt außerhalb des Operationsgebiets der russischen Luftwaffe. An diesen Öl-Schmuggel profitieren Erdogan, Barzani und die ISIS-Terrormiliz.

Saudi Arabien hat sich gleichzeitig dazu verpflichtet, die Terroristen in Syrien mit tragbaren Luftabwehrraketen auszustatten. Das Ergebnis können wir bereits beobachten – mehrere syrische Kampfjets wurden in den letzten Wochen abgeschossen.

Die kurdische Barzani-Regierung im Nordirak hat darüberhinaus ein großes Interesse daran, dass die syrischen Kurden nicht in Frieden leben können. Die syrischen und türkischen Kurden folgen mehrheitlich der Ideologie vom inhaftierten PKK-Führer Öcalan. Für den Barzani-Clan sind dagegen Geld und Macht die entscheidenden Faktoren und ein Grund dafür, das Brudervolk zu verraten. Dieser Milliardenschwere kurdische Clan, der bei den allermeisten Kurden ein schlechtes Ansehen genießt, ist darüberhinaus mit dem türkischen Präsidenten Erdogan verbündet. Es waren auch die von Barzani befehligten Peschmerga-Kämpfer, die bewusst die Jesiden gegen die ISIS-Terroristen im Stich gelassen hatten. Heute sind deswegen noch tausende jesidische Frauen in Gefangenschaft der ISIS-Terroristen. Erst mit dem Eingreifen der PKK gegen ISIS konnte noch schlimmeres verhindert werden.

Der Milliardär Barzani hat seine Leute auch bei der YPG eingeschleust und versucht diese Miliz gezielt von innen heraus zu zerstören. Der Zwischenfall in Qamischli war so eine Aktion.

Die syrische Armee und die kurdische YPG, die über geheime Kanäle in Moskau ihre Aktionen gegen die Terroristen koordinieren, waren garnicht in die Kämpfe von Qamischli involviert. Aber sie mischten sich beide trotzdem ein und beschlossen sofort einen Waffenstillstand. Unsere kurdischen Freunde und ihre Medien sind da bereits auf den Barzani-Coup hereingefallen und haben mit einer Hetzkampagne gegen das syrische Volk begonnen. Terrorangriffe von ISIS und Al-Nusra werden seit Tagen kurzerhand Assad/SAA in die Schuhe geschoben, um die Völker weiter gegeneinander aufzuwiegeln.

Der Plan ist ganz einfach: Die Christen und die syrische Armee sollen mithilfe der Kurden aus Qamischli weggedrängt werden. Denn in Qamischli ist ein syrischer Militärstützpunkt, über den auch die kurdische YPG Nachschub von den Russen erhält. Auch eine Flugabwehr ist dort stationiert. Sollte der Barzani-Erdogan-Plan gelingen und die syrischen Truppen von dort erfolgreich vertrieben werden, wird die türkische Armee anschließend mit voller Härte in die kurdischen Gebiete einmarschieren und auf ihren Weg alles platt machen.

Die YPG wird dieses Schreckensszenario mit aller Kraft verhindern versuchen. Ein Konflikt mit den Syrern und den Russen in dieser aktuellen prekären Situation, wo man an mehreren Fronten gegen verschiedene Terrorgruppen kämpfen muss, käme einem Todesstoß für das kurdische Volk gleich. Auch die syrische Regierung hat kein Interesse an einem Konflikt mit den Kurden. Sollten die heimlichen Bündnispartner sich dennoch Spalten lassen, wird sich die gesamte Region in ein großes Feuer verwandeln, wo wieder nur Zivilisten darunter leiden werden.

Wir sprechen hier ganz bewusst nicht über die Zukunft dieser Region und über ein mögliches Kurdistan. Das sind Dinge, welche die ortsansässige Bevölkerung (über ein Referendum?) entscheiden muss. Aber vorher muss zu erst der Terrorismus bekämpft werden.

Via Hinter den Kulissen

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