Sahra Wagenknecht im Interview mit Albrecht Müller

Sahra Wagenknecht

Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei hat ein neues Buch veröffentlicht. „Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten“, so der Titel. Das reizte mich, ihr einige Fragen zu stellen. Hier sind Fragen und Antworten. Das Buch ist lesenswert. Albrecht Müller

Albrecht Müller, Herausgeber der NachDenkSeiten (AM): Sie haben vielfältige Möglichkeiten, die Öffentlichkeit zu erreichen, als Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag, als Gast in Talkshows, in Interviews – warum schreiben Sie trotz all dieser Möglichkeiten noch ein Buch?

Sahra Wagenknecht (SW): Ich war Buchautorin, bevor ich Politikerin wurde, und ich bedaure eher, dass ich mir heute nicht viel mehr Zeit dafür reservieren kann, mich zu wichtigen Fragen in umfassender, systematischer und kompakter Weise zu äußern wie das nur in längeren Artikeln oder eben in Büchern möglich ist. Die meisten Talkshows sind ein Schlagabtausch, bei dem man im besten Fall knappe zugespitzte Thesen vermitteln kann. Für Interviews und Bundestagsreden gilt das gleiche. Um ein Thema gründlich zu analysieren und Gegenvorschläge detailliert zu begründen, ist das kein geeignetes Format.

AM: Was ist denn die Hauptbotschaft, die Sie mit diesem Buch vermitteln wollen? Was sollen die Leserinnen und Leser von Ihnen lernen?

SW: Es gibt zwei zentrale Botschaften. Die erste ist: Unsere aktuelle Wirtschaftsordnung, der Kapitalismus, erzeugt nicht allein eine immer größere soziale Ungleichheit, sondern ist auch längst nicht mehr so produktiv und….

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